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Prosozialität im Islam

Ihre Lehren und Dimensionen im Koran und Hadith

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Özden Güneş

Der Islam soll den Muslim zu einem ethischen und prosozialen Leben führen. Entgegen dem heutigen Islambild ist festzuhalten, dass jede Art von Prosozialität, gegenüber allen Lebewesen und allem, was existiert, eine vom Islam nicht nur erwünschte, sondern bei jedem Anlass mit Nachdruck geforderte Haltung ist. Aus der aktuellen Lage der Anschläge politisch-religiöser Bewegungen, der Missdeutung des Islams und der notwendigen universalen Solidarität heraus sollten die Ideale des Islams als eine Bereicherung und konstruktive Kraft der globalen Prosozialität, der Solidarität und des Friedens erkannt und gefördert werden. Die hermeneutische Methode ermöglicht das Erfassen der prosozialen Sinnzusammenhänge im Koran und in der Sunna.

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6. Die Verantwortungen / Verpflichtungen des Menschen

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6.  Die Verantwortungen / Verpflichtungen des Menschen

Der Islam ist eine Religion des Friedens (vgl. 3.1 Begriffsdefinition „Islam“) und umfasst alle Bereiche des menschlichen Lebens. „Nach diesem Verständnis ist Frieden nicht etwas, das nur innerhalb der Grenzen des individuellen Lebens, oder nur in internationalen Beziehungen wirksam ist […]“,764 sondern Frieden erstreckt sich nach Yalçıntaş auf alle Lebensbereiche. Der Mensch (er-)hält im Islam einen Zustand der „Zu-Frieden-heit“, indem er in Frieden mit seinem Schöpfer, seinen Mitmenschen und schließlich mit sich selbst ist.765 Wie bereits im Unterpunkt 3.3.1 Īmān – der Glaube und im Punkt 4 Das Menschenbild im Islam und die aḫlāq-Fähigkeit des Menschen dargestellt wurde, bedeutet im Islam aufrichtiger Glaube, dass man grundsätzlich bereit ist, sich in allen Lebensbereichen an die Gebote Gottes zu halten und entsprechende Taten zu vollbringen. Dazu gehört insbesondere, bewusst Verantwortung zu übernehmen.

Vor allem gegenüber seinen Mitmenschen, die wie er selbst ein Teil der Schöpfung sind, hat der Mensch Verantwortung zu zeigen. Das Empfinden als Geschöpf Gottes und die gleichzeitige „Ernennung als Statthalter“ für die Geschöpfe Gottes räumt dem Muslim Rechte sowie Pflichten ein und entwickelt andererseits ein besonderes Verantwortungsgefühl. Aus der Überzeugung des Muslims und der inneren Verantwortung gegenüber den Geschöpfen entwickelt sich die Einstellung, dass alles Erschaffene – einschließlich er selbst – Geschöpfe Gottes und ein Teil des Ganzen sind. Daher soll er Ihn (Gott)...

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