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Narrative des Erasmus-Auslandsaufenthaltes: Freizeit, Liebe, Institution

Linguistische Studien zum sprachlichen Handeln in deutschen und spanischen Interviews

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Vasco da Silva

Die Studie zeigt auf, wie ehemalige Erasmusstudierende ihre Auslandserfahrungen im narrativen Interview sprachlich wiedergeben. Schwerpunkt dieser Erzählungen ist dabei die bisher noch nicht beachtete Frage nach im Ausland eingegangenen Zweierbeziehungen mit Zielkulturangehörigen. Methodisch durch Konversationsanalyse und Funktionale Pragmatik unterstützt, untersucht der Autor das sprachliche Handeln der Interviewten vor dem Hintergrund institutioneller Einflüsse. So wird deutlich, wie sich das Freizeitverhalten von Erasmusstudierenden und der Wunsch nach Kontakten zu Zielkulturangehörigen gegenseitig bedingen. Ausführlich diskutiert der Autor im Hintergrund wirkende Wissensbestände und ihren Einfluss auf die Erzählungen im narrativen Interview.

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7. Diskussion der Ergebnisse

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7.    Diskussion der Ergebnisse

Das Anliegen der Arbeit war, eine wissenschaftliche Untersuchung über die mündliche, zurückblickende Darstellung von Zweierbeziehungen in Erasmus-­Auslandsaufenthalten durchzuführen. Zu Beginn stand die Überlegung, dass Studierende, die eine Beziehung mit einer oder einem Zielkulturangehörigen eingehen, einen intensiveren Zugang zum Land ihres Auslandsaufenthaltes sowie ggf. sogar zur Sprache erhalten gegenüber solchen Studierenden, die größtenteils in der Erasmusgruppe verbleiben. Diese Annahme beruhte auf meinen eigenen biografischen Erfahrungen und Beobachtungen hinsichtlich verschiedener Freundschaften mit vor Ort Lebenden während meines Aufenthaltes in Spanien. Die Analyse der mithilfe des narrativen Interviews (Schütze 1987) elizitierten Geschichten ergab, dass sich die Sprecherinnen und Sprecher während ihrer Erzählungen thematisch wie chronologisch sowohl an ihren Beziehungen, hauptsächlich aber am Erasmusprogramm orientierten: Sie betteten ihre Zweierbeziehung in den Auslandsaufenthalt – bestehend aus den Topoi Studium und Freizeit – ein und nutzten an unterschiedlichen Stellen die Institution ‚Erasmus’ als Abgrenzungsmöglichkeit. Ferner deuteten sie die ex ante erwarteten Verflechtungen zwischen diesen beiden Themensträngen an. Im Folgenden fasse ich die Ergebnisse der Analyse zusammen und diskutiere die jeweiligen Implikationen. Abschließend stelle ich Konsequenzen für die praktische Arbeit der am Erasmusprogramm beteiligten Institutionen, allen voran den Hochschulen, vor.

7.1.       Studium, Freizeit, Liebe

Die Erzählungen über die in der bisherigen Forschung kaum beachtete Kombination aus Zweierbeziehung und Erasmus-­Auslandsaufenthalt standen in der hier präsentierten Arbeit im Zentrum des Interesses. Ein Befund erscheint dabei so banal wie aber auch grundsätzlich:...

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