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Zwischen Legitimation und Inspektion

Die Rheinlandreise Napoleon Bonapartes im Jahre 1804

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Ria Mager

Wenige Monate nach seiner Kaiserproklamation und vor seinem ‚Sacre‘ in Paris bereiste Napoleon Bonaparte die rheinischen ‚Départements réunis‘. Diese Rheinlandreise im Jahre 1804 stellt ein zentrales Element der Legitimation des ersten Kaisers der Franzosen dar. Die Autorin untersucht die innen- und außenpolitischen Aspekte, die Zielsetzung, die Umsetzung und die Wirkung dieser Reise, die Napoleon mittels einer aufwendigen Bild- und Symbolsprache und durch konkrete politische Handlungen als rechtmäßigen Herrscher erscheinen lassen sollte.

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10. Die Rheinlandreise und die Neuausrichtung der napoleonischen Deutschlandpolitik

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10.  Die Rheinlandreise und die Neuausrichtung der napoleonischen Deutschlandpolitik

10.1  Hof und Theater in Mainz und Aachen

Neben seinem Aufenthalt in Aachen, wo sich Napoleon als Erbe Karls des Großen inszenierte, stellte sein Aufenthalt in Mainz, der ehemaligen Residenz des Erzkanzlers, wo er zwei Wochen lang weilte, einen weiteren Höhepunkt seiner Rheinlandreise dar.1349 Er hielt hier „eine Art Fürstentag“1350 ab, zu dem etwa 445 „personnes titrées“1351 mehrheitlich aus dem Heiligen Römischen Reich kamen.

Unter diesen Personen waren eine Reihe von Reichsfürsten, so Kurerzkanzler Dalberg, Kurfürst Karl Friedrich von Baden mit einem Gefolge von 11 Personen1352, der Erbprinz von Hessen-Darmstadt, der Landgraf von Hessen-Homburg, die Fürsten von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg, der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt sowie der Fürst von Salm-Reifferscheidt-Krautheim. Auch die Frankfurter Union entsandte Vertreter, darunter den Fürsten von Isenburg-Birstein und den Grafen von Solms-Laubach. Die freie Reichsstadt Frankfurt präsentierten die Bürgermeister Humbracht und Metzler mitsamt einer Abordnung des Senats. Zudem kamen dutzende von deutschen und rheinischen Kleinadeligen nach Mainz.1353 Die Kurfürsten von Bayern, Württemberg und Hessen-Kassel sowie der Fürst von Thurn und Taxis kamen hingegen nicht persönlich nach Mainz, sondern schickten ← 271 | 272 → ihre Botschafter. Aus Preußen waren nur drei Räte des Königs vertreten.1354 Wien hingegen entsandte keine Vertreter und verfolgte stattdessen die Mainzer Vorgänge mit „Argwohn“1355. Somit kann festgestellt werden, dass in Mainz vor allem...

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