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Zwischen Legitimation und Inspektion

Die Rheinlandreise Napoleon Bonapartes im Jahre 1804

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Ria Mager

Wenige Monate nach seiner Kaiserproklamation und vor seinem ‚Sacre‘ in Paris bereiste Napoleon Bonaparte die rheinischen ‚Départements réunis‘. Diese Rheinlandreise im Jahre 1804 stellt ein zentrales Element der Legitimation des ersten Kaisers der Franzosen dar. Die Autorin untersucht die innen- und außenpolitischen Aspekte, die Zielsetzung, die Umsetzung und die Wirkung dieser Reise, die Napoleon mittels einer aufwendigen Bild- und Symbolsprache und durch konkrete politische Handlungen als rechtmäßigen Herrscher erscheinen lassen sollte.

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6. Napoleon als exemplum virtutis und Kaiser einer Republik

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6.   Napoleon als exemplum virtutis und Kaiser einer Republik

6.1   Die klassische Bildsprache der rheinischen Inschriften und Festdekoration

Wie in Kapitel 5 gesehen, diente der Einzug auch dazu, die Partizipation der Bürger an Napoleons Herrschaft vorzugeben und so auf die Rechtmäßigkeit seines Kaisertums zu verweisen. Die Behauptung der nationalen Legitimität des Kaisers wurde in den rheinischen Städten durch die Inschriften und die Festdekoration auf ausführliche Weise betont. Als Rechtfertigung für die Erhebung Napoleons zum Kaiser durch das Volk wurden in den Inschriften und Bildern seine Tugenden und Taten herangezogen.

Anders als die traditionalen Könige, denen der Verweis auf ihre Abstammung und ihr Gottesgnadentum genügte, um als legitime Herrscher zu gelten, musste Napoleon einen Beweis für seine Rechtmäßigkeit erbringen: „Faute d’être un roi de vieille race, faute d’avoir l’autorité héréditaire de l’ancienne tradition, qu’il ait au moins des vertus, des talents, un génie exceptionnel et un dévouement inconditionnel.“705 Daher wurde im Rheinland mittels Festdekorationen und Inschriften eine „an den Taten orientierte Tugendhistorie“706 etabliert, die Napoleon als klassisches exemplum virtutis erscheinen ließ, würdig, von der Nation zum Herrscher erhoben zu werden.

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