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Zwischen Legitimation und Inspektion

Die Rheinlandreise Napoleon Bonapartes im Jahre 1804

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Ria Mager

Wenige Monate nach seiner Kaiserproklamation und vor seinem ‚Sacre‘ in Paris bereiste Napoleon Bonaparte die rheinischen ‚Départements réunis‘. Diese Rheinlandreise im Jahre 1804 stellt ein zentrales Element der Legitimation des ersten Kaisers der Franzosen dar. Die Autorin untersucht die innen- und außenpolitischen Aspekte, die Zielsetzung, die Umsetzung und die Wirkung dieser Reise, die Napoleon mittels einer aufwendigen Bild- und Symbolsprache und durch konkrete politische Handlungen als rechtmäßigen Herrscher erscheinen lassen sollte.

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7. Napoleon als weltlicher ‚Heilsbringer‘

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7.   Napoleon als weltlicher ‚Heilsbringer‘

7.1   Zur Bildsprache und ihren Adressaten

Napoleon verwies bei seinem Einzug in die rheinischen Städte nicht nur auf die Legitimation durch die Nation, sondern nahm auch die Legitimation des traditionalen Herrschers als „Heilsbringer“842 auf.

Die Inschriften, die Napoleon als Heilsbringer darstellten, wurden u. a. der Aeneis, dem Hauptwerk Vergils, entnommen843, das die Geschichte des Gründerheros göttlicher Abstammung und mythischen Stammvaters Roms als „historisch-panegyrischen Epos zu Ehren des Cäsar“844 erzählt. Aeneas wird dabei als Ahne des Augustus dargestellt, der wiederum das von dem Gründerheros „im Dienste des römischen fatum“845 begonnene Werk vollendet. Das Interesse Napoleons an der Aeneas-Sage erklärt sich aus der Analogie, die er zwischen dem Römischen Reich und seinem Empire bildete. Die Gründung beider Reiche durch die Landung des aus dem Osten kommenden Helden im verheißenen Land – Aeneas in Latium, Bonaparte in Fréjus – markierte laut der napoleonischen Propaganda eine neue Ära, ein neues Zeitalter.846 Indem sich Napoleon zugleich mit Augustus gleichsetzte, ← 173 | 174 → inszenierte er sich auf diese Weise auch als Vollender der französischen Geschichte.

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