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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Wirtschaftskräfte, Soziallasten und der drohende Kollaps. Das Verhältnis von Staat und Wirtschaft – ein diachroner Vergleich von Krisen-Metaphorik

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Kristin Kuck (Düsseldorf, Deutschland)

Wirtschaftskräfte, Soziallasten und der drohende Kollaps.Das Verhältnis von Staat und Wirtschaft – ein diachroner Vergleich von Krisen-Metaphorik

Dieser Beitrag fasst Ergebnisse einer diskurslinguistischen konzeptuellen Metaphernanalyse (zur Methode vgl. Böke 1996; Kuck 2014) zusammen, die in einer Dissertation erarbeitet wurden. Die Untersuchung stellt heraus, wie wirtschafts- und sozialpolitische ‚Krisen‘ als Rechtfertigungsinstanzen in politische Entscheidungs- und Legitimationsprozesse eingebunden werden. Das immer wiederkehrende Phänomen ‚Krise‘ in öffentlichen Diskursen wird historisch-vergleichend untersucht.1 Zu diesem Zweck wird das gemeinschaftliche Wissen, das in einer Diskursgemeinschaft über ‚Krisen‘ als gültig anerkannt wird, durch den Sprachgebrauch rekonstruiert (vgl. z. B. Busse 2013). Als Untersuchungsgrundlage dienen massenmediale Texte aus fünf verschiedenen Leitmedien, die den Diskurs zwischen 1973 und 2009 repräsentieren (Krisen-Korpus). Kontinuitäten und Wandel im Sprachgebrauch der Diskursausschnitte lassen Rückschlüsse auf Veränderungen dieses Wissens zu. Akteure und Akteursgruppen stellen in Krisendiskursen immer wieder die wirtschaftliche und sozialstaatliche Funktionstüchtigkeit in Frage und berühren damit ordnungspolitische Dimensionen in der Öffentlichkeit. Dafür ist es notwendig, dass ein Verständnis vom Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft zugrunde liegt, das von den Krisendiskursen nicht unberührt bleibt.

Es wird im Folgenden gezeigt, wie Metaphernfelder zusammenwirken und Szenarien entfalten, in denen auch ohne spezifische Kenntnisse über wirtschaftliche und ordnungspolitische Zusammenhänge ‚Krisen‘ und ihre Bewältigung plausibel werden (vgl. Drommler/Kuck 2013). Metaphern werden dabei als Wissen generierend verstanden. Sie gestalten die Gegenstände, über die sie spre ← 119 | 120 → chen,...

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