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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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1.       Medialität – kommunikative Praktik – Sprachspiel

Talkshow-Diskussionen sind ein Beispiel dafür, wie eine kommunikative Praktik durch ihre medialen Bedingungen in spezifischer Weise strukturiert wird. Durch den Praktikenbegriff werden mediale und pragmatische Aspekte aufeinander beziehbar (vgl. Schneider 2008: 207, Fiehler et al. 2004: 104 und 109). Die Beispiele von Fiehler et al. (2004: 99) für kommunikative Praktiken ließen sich mit Wittgenstein auch als Sprachspiele bezeichnen. Tatsächlich verwendet Schneider (2008) Sprachspiel und kommunikative Praktik annähernd synonym. Eine Möglichkeit der Differenzierung könnte darin bestehen, den Praktikenbegriff als übergeordneten Begriff zu verwenden und bspw. „Talkshow“ insgesamt als eine kommunikative Praktik aufzufassen. Die Talkshow stellt den Rahmen für verschiedene Sprachspiele wie Erzählen, Befragen oder Argumentieren dar. Meine These lautet, dass Sprachspiele in unterschiedlichen kommunikativen Praktiken vorkommen (können), allerdings mit unterschiedlichen medialen Eigenschaften und mithin auch teilweise anderen Funktionen, anderer Relevanz und Frequenz. Erzählen ist in einer Talkshow nicht dasselbe wie in einem Interview oder einem Privatgespräch. Zu den Eigenschaften einer Talkshow gehören die Dominanz von Mündlichkeit, Viele-zu-Viele-Kommunikation1, Mehrfachadressiertheit2 von Beiträgen, Multimodalität etc. Diese medialen Eigenschaften (vgl. Albert 2015: 529–530) auf der einen, das Vorkommen bestimmter Sprachspiele auf der anderen Seite charakterisieren eine kommunikative Praktik in prototypischer Weise und strukturieren das Handeln im Rahmen dieser spezifischen Praktik, ohne es zu determinieren.

2.       Spielzüge im Rahmen der kommunikativen Praktik „Talkshow-Diskussion“

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