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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Sprachliche Beziehungsgestaltung in den deutsch-polnischen Relationen. Eine linguistische Analyse des Briefes der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe aus dem Jahre 1965

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Waldemar Czachur (Warschau, Polen)

Sprachliche Beziehungsgestaltung in den deutsch-polnischen Relationen. Eine linguistische Analyse des Briefes der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe aus dem Jahre 1965

1.       Ziel

Ziel dieser Arbeit ist es, am Beispiel des Briefs der polnischen Bischöfe an die deutschen Amtsbrüder aus dem Jahre 1965, der als erste versöhnungsorientierte Initiative in die Nachkriegsgeschichte der deutsch-polnischen Beziehungen einging, die Frage der sprachlichen Beziehungsgestaltung im Bereich der internationalen Beziehungen zu diskutieren.1

2.       Historischer Kontext und politische Bedeutung des Briefwechsels

Im Jahre 1965, also 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, der am 1. September 1939 mit dem Angriff Deutschlands auf Polen begann, gab es zwischen der damaligen Volksrepublik Polen und der Bundesrepublik Deutschland keine diplomatischen Beziehungen. Es herrschte Feindseligkeit und Misstrauen auf allen möglichen Ebenen, auf der Ebene der Staaten, Kirchen sowie der Zivilgesellschaften. Diese Tatsache war durch viele Faktoren verursacht: Zum einen waren die beiden Gesellschaften emotional und mental nicht bereit, die tragischen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg in einem offenen Dialog zu thematisieren, zumal sich beide Schicksalsgesellschaften als Opfer des Zweiten Weltkrieges betrachteten (cf. Borodziej/Ziemer 2000). Zum anderen wurde der deutsch-polnische Dialog, auch über die Last der Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, politisch durch den Kalten Krieg erschwert. Zum dritten konnte sich die politische Elite der BRD, teilweise unter dem Druck der Vertriebenenverbände, mit der neuen deutsch-polnischen Grenze an der Oder-Neiße nicht abfinden, auch wegen des ← 33 | 34 → Verlustes der...

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