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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Sprachform in Robert Müllers Tropen

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Schon Robert Müllers Roman-Titel: Tropen. Der Mythos der Reise. Urkunden eines deutschen Ingenieurs, ist eine zwie-lichtige Einladung zu Doppeldeutigkeiten: Der Begriff Tropen ist zugleich ein stilistischer Ausdruck: Plural von Trope – aus dem Griechischen „Wendung“, „bildlicher Ausdruck“, „Wort, das nicht im eigentlichen, sondern im übertragenen Sinne gebraucht wird“ (cf. Duden); und eine geographische Markierung, und zwar der Gegend, in der sich die Handlung abspielt: Die Region zwischen den Wendekreisen von Krebs und Steinbock. Beide Bedeutungen sind in Müllers Roman nicht voneinander zu trennen: Der Tropen-Begriff im Titel des Werks bezieht sich auf sprachliche Möglichkeiten von räumlichen Konstruktionen zugunsten eines besseren Duktus für die Erzählung und ihre Denkformen. Unser Interesse konzentriert sich in diesem Beitrag auf Aspekte der schöpferischen Kraft der Sprache als Thema und Verfahrensweise des Erzählens.

Der Roman enthält das Vorwort eines fiktionalen Herausgebers und 32 Kapitel. Die hier grob zusammengefasste Handlung ist folgende: Eine Expedition von Abenteurern am Anfang des 20. Jhs. bereist Amazonien. Hauptfiguren sind der Ingenieur Hans Brandlberger, der Amerikaner Jack Slim und der Holländer van den Dusen. Anlass der Reise ins Quellgebiet des Flusses Taquado, an der Grenze zwischen Brasilien und Venezuela ist die Suche nach einem von Slim erhofften Schatz, der von den Reisenden jedoch nicht gefunden wird. Der Bootsfahrt, die von Indianern begleitet wird, folgt ein Marsch durch den Wald zu einem Indianerdorf der Dumaraleute. Nach einer Zeit großer „Langeweile“ (so der Erzähler, Müller 2010: 27) und...

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