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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Emotionales Bewerten in wissenschaftlichen Rezensionen: Ein kontrastiver Vergleich Deutsch-Bulgarisch

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1.       Einleitung

Das BEWERTEN ist – neben INFORMIEREN – ein für wissenschaftliche Rezensionen konstitutives sprachliches Handlungsmuster. Die konventionelle Art der Durchführung der Handlung in wissenschaftlichen Texten generell ist das sachliche, nüchterne, emotionslose BEWERTEN. Dies ist in erster Linie auf die für Textproduktionen im wissenschaftlichen Kommunikationsbereich vielfach postulierte Orientierung an Stilprinzipien wie Objektivität, Sachlichkeit, Unpersönlichkeit etc. zurückzuführen. Nur gelegentlich wird in wissenschaftlichen Rezensionen das stilistische Handlungsmuster EMOTIONALISIEREN bei der Realisierung von BEWERTEN genutzt. Busch-Lauer (2009: 1719) betrachtet die Verwendung wertender Lexik als ein typisches Stilmittel der Rezension und weist darauf hin, dass diese wertende Lexik „teilweise auch emotional sein kann“. Der Einsatz emotional wertender lexikalischer Mittel ist aber nur eine der Durchführungsmöglichkeiten des Musters. Mit Fiehler (2008: 759) ist zu unterscheiden zwischen zwei Fällen der Kommunikation von Emotion: der „Thematisierung von Emotionen und Erleben“ und dem „Ausdruck von Emotionen und Erleben“. Im ersten Fall wird das emotionale Erleben zum Thema (oder zum Nebenthema) der verbalen Kommunikation, d. h. es wird über Emotionen kommuniziert; im zweiten Fall wird über etwas anderes kommuniziert, „aber daneben und zugleich“ werden auch Emotionen kommuniziert, und zwar „durch die Art, wie wir über das Thema kommunizieren“ (ibid.).1

Im Folgenden soll überblickshaft gezeigt werden, wie das stilistische Handlungsmuster EMOTIONALISIEREN (kurz: emotionales BEWERTEN) in deutschen und bulgarischen wissenschaftlichen Rezensionen realisiert wird. Die vorgestellten Untersuchungsergebnisse basieren auf einem Korpus, das 100 deutschsprachige und 100 bulgarische Rezensionen, erschienen in linguistischen Fachzeitschriften, umfasst. ← 337 | 338 →

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