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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Bitte: Allgemeine Charakteristik des Sprachhandlungsmusters

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1.       Definition des Sprachhandlungsmusters BITTE

Das Sprachhandlungsmuster BITTE ist ein Aufforderungsakt, der darauf gerichtet ist, den Adressaten zur Durchführung bzw. Unterlassung einer Handlung zu bewegen, die im Interesse des Sprechers liegt. Dabei kann der Vollzieher der Handlung frei wählen, ob er diese Handlung durchführen wird oder nicht (cf. Larina 2009: 212, Blankenhorn 1998: 45–46). Nach dem Merkmal der Wahlfreiheit wird die BITTE beispielsweise im Unterschied zum Befehl zu den nicht kategorischen (nicht bindenden) Aufforderungsakten gezählt, und zwar zu der Gruppe der Requestiva, für die die Sprecherbenefaktivität kennzeichnend ist. Neben BITTE gehören zu dieser Gruppe auch FLEHEN, BESCHWÖREN und ERSUCHEN (cf. Petrova 2008: 131). Nach Ansicht anderer Forscher wird allerdings kein Unterschied zwischen den einzelnen requestiven Sprechakten gemacht, sie werden allesamt unter dem Sprachhandlungsmuster BITTE subsumiert (cf. Glovinskaja 1993: 180–181, Ermakova 1990: 27). Als Beispiel für eine BITTE kann folgende Äußerung dienen:

Das illokutive Ziel des Sprechakts BITTE (REQUEST) wurde in den frühen Arbeiten von Anna Wierzbicka (Wierzbicka 1972: 129, 1983: 129) unter Verwendung der Metasprache der semantischen Primitiva zunächst ganz allgemein formuliert:

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