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Griechische visuelle Poesie

Von der Antike bis zur Gegenwart

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Lilia Diamantopoulou

Die Autorin untersucht das Formenspektrum griechischer visueller Poesie in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Spannbreite: Vom antiken Technopägnion, den Kuben und Trigona, über die byzantinischen «gewebten Verse» oder die neuzeitlichen figurierten Lobgedichte bis hin zur Vielfalt experimenteller Formen in der Moderne und der Code Poetry unserer Zeit. Die literaturhistorische Darstellung berücksichtigt neben der rein textuellen Seite der entsprechenden Artefakte auch deren medialen und performativen Charakter und setzt sie in Bezug zu den internationalen Strömungen.

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5. Die Historisierung des ancien régime: die Donaufürstentümer in der Übergangszeit zum Neuen

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5.    Die Historisierung des ancien régime: die Donaufürstentümer in der Übergangszeit zum Neuen

Betrachtet man die Herrschaftsstrukturen in den Donaufürstentümern des späten 18. Jahrhunderts, so wird ersichtlich, dass an den walachischen und moldawischen Fürstenhöfen ein anderer Kontext des Herrscherlobs vorliegt, als im bereits untersuchten byzantinischen Kaiserreich. Die Berücksichtigung dieses Kontextes ist wichtig, um die Ausprägung und Funktion des Herrscherlobs in diesem Rahmen besser verstehen zu können, ebenso wie die Position der Gelehrten und der Bukarester Akademie, die eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen der Region war. Das politische System der walachisch-moldawischen Fürstentümer befindet sich zur Zeit Fotiadis‘ im Wandel und weist transitorische Züge auf. Fotiadis befindet sich aus Sicht der westeuropäischen Geschichte in der Schwellenepoche zwischen dem ancien régime, der feudalen und absolutistischen Monarchie, und dem angehenden Zeitalter der Nationen und Nationalstaaten, das durch die Französische Revolution und das Phänomen des Reformkaisers Napoleon eingeleitet wurde. Aus griechischer Perspektive spricht man vom vorrevolutionären Zeitalter, dessen Klima sich Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts in den Donaufürstentümern sehr gut ablesen lässt. Diese Überlegungen sind von grundlegender Bedeutung, weil das Gelegenheitsgedicht als Medium des Herrscherlobs die Kommunikation zwischen einem literarischen Autor und einem politischen Adressaten voraussetzt, eine Kommunikationssituation, für die der politische Rahmen ausschlaggebend ist.

Der politische ebenso wie der kulturelle Hintergrund, der für die Donaufürstentümer in dieser Zeitspanne prägend ist, offenbart...

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