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Geschichte der Wald- und Forstgesetzgebung im Bundesland Schleswig-Holstein

Unter Einbeziehung der Entwürfe zu einem Reichsforstgesetz von 1940/42 und der Entstehung des Bundeswaldgesetzes von 1975

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Daniel Bischof

Der Autor behandelt die Entstehung der Wald- und Forstgesetzgebung Schleswig-Holsteins seit dem 17./18. Jahrhundert, ausgehend von den Holz- und Forstordnungen der Herzogtümer Schleswig und Holstein bis in die Zeit der modernen Waldgesetzgebung des Landes Schleswig-Holstein. Daneben untersucht er die reichs- bzw. bundesrechtlichen Entwicklungen auf dem Gebiet des Forstrechts, insbesondere die Entwürfe zu einem Reichsforstgesetz von 1940 und 1942 sowie die Entstehung des Bundeswaldgesetzes von 1975. Hierfür hat der Autor unveröffentlichte Materialien aus Archivbeständen, parlamentarische Quellen sowie die veröffentlichte Literatur ausgewertet. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Regelung des Waldbetretungsrechts und die Gesetzgebungszuständigkeit von Bund und Ländern auf dem Gebiet der Wald- und Forstgesetzgebung.

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Erster Teil: Entwicklung der Forstgesetzgebung für Schleswig und Holstein bis 1933

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Erster Teil:  Entwicklung der Forstgesetzgebung für Schleswig und Holstein bis 1933

Die Geschichte des Waldes in Schleswig-Holstein beginnt etwa um 9000 v. Chr. mit dem Rückgang des Eises. In den nächsten 7000 Jahren hatten sich unter verschiedenen klimatischen Bedingungen hauptsächlich Birken, Hainbuchen Erlen, Eichen und Buchen in Schleswig-Holstein ausgebreitet.45 Der in der Eisenzeit zwischen 500 v. und 500 n. Christi in Schleswig-Holstein verbreitete Abbau von Raseneisenstein führte durch Rodungen und Holzentnahmen erstmalig zu einem bedeutenden Eingriff in den Waldbestand. Aufgrund der dünnen Besiedlung konnte sich der Wald jedoch in den nächsten Jahrhunderten erholen und regenerieren.46 Zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins mit dichten Wäldern (Dänischer Wohld, Farriswald, Riesenwohld, Rendsburger Wald, Sachsenwald) bewachsen, die sich von Nord nach Süd und Ost nach West über die gesamte Fläche erstreckten.47

Die weitere Geschichte des Waldes in Schleswig-Holstein war von einer schrittweisen Entwaldung und wiederkehrenden Aufforstungsversuchen geprägt.48 Grund für den Rückgang der Bewaldung war in erster Linie die fortbestehende Bedeutung des Waldes als Existenzgrundlage für den Menschen. Der Wald diente bis ins 19. Jahrhundert der Landbevölkerung als Holzlieferant, Weide, Mast und Wald-Feldbaufläche sowie als Stätte der Jagd, Imkerei und Fischerei.49 In Schleswig-Holstein kam zudem ein gesteigerter Holzbedarf für den Schiffs- und Deichbau hinzu.50 Kriegerische Auseinandersetzungen, die Ausbreitung weiterer Wirtschaftszweige, wie Köhlerei- und Glashüttengewerbe, und die einsetzende Industrialisierung im 16....

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