Show Less
Restricted access

Die Steuerung von Liquiditätsrisiken im Aktienrecht und Bankaufsichtsrecht

Series:

Julius Brandt

Die Studie schließt eine Forschungslücke, indem sie umfassend die aktienrechtlichen Risikomanagementpflichten von Vorstand und Aufsichtsrat im Umgang mit Liquiditätsrisiken untersucht. Sie umfasst auch die aktienrechtlichen Pflichten bei einer Delegation von liquiditätsrisikobehafteten Geschäftsaktivitäten und -prozessen. Ausgangspunkt ist die Rechtsprechung, die im Nachgang zur Finanzkrise der Jahre 2007–2009 ergangen ist. Im Weiteren geht der Autor den Fragen nach, ob, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang die bankaufsichtsrechtlichen Regelungen zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit von Kreditinstituten «de lege lata» eine Schrittmacherrolle bzw. eine Ausstrahlungswirkung für den aktienrechtlichen Pflichtenrahmen außerhalb des Bankensektors haben.

Show Summary Details
Restricted access

A. Einleitung

Extract

← 20 | 21 →

A.   Einleitung

I.    Einführung und Fragestellung

Die Finanzkrise 2007–2009 hat gezeigt, dass sich Banken und die Bankenaufsicht nur unzureichend mit der Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit unter außergewöhnlichen Bedingungen auseinandergesetzt und das Liquiditätsrisiko gegenüber der Steuerung des Überschuldungsrisikos vernachlässigt haben. Nicht zu verkennen ist, dass die Schieflagen einer Vielzahl von Banken – vereinfacht gesagt – ihre Ursache zunächst in einem Mangel an Liquidität hatten und eine Vermögensunterdeckung in den meisten Fällen erst Folge dieses Liquiditätsmangels war.1 Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die betroffenen Banken zur Liquiditätsbeschaffung gezwungen waren, innerhalb einer kurzen Zeit gleichzeitig Vermögensgegenstände in erheblichem Umfang am Markt zu veräußern. Dieser „Firesale“ verstärkte deren Wertverfall und eine Vermögensunterdeckung der betroffenen Banken. Die verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise 2007–2009 haben zu einer Reihe international harmonisierter Reformvorhaben im Bankaufsichtsrecht geführt, die unter dem Schlagwort „Basel III“ zusammengefasst werden. Wenngleich diese Vorhaben einen Schwerpunkt auf die Reform der bankaufsichtsrechtlichen (Eigen-)Kapitalvorschriften legen, so stellen die neuen Vorschriften zur Sicherstellung der Liquidität von Instituten eine ebenso wichtige Säule des Reformwerks dar. Die verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise 2007–2009 auf die Liquiditäts- und Vermögenslage einiger deutscher Banken – allen voran der IKB Deutsche Industriebank AG – haben parallel zu diesen regulatorischen Reformanstrengungen zu einer juristischen Aufarbeitung der individuellen Verantwortlichkeit und Haftung der Organe der betroffenen Kreditinstitute im Umgang mit geschäftlichen Risiken geführt...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.