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Die Schriftstellerin Zhang Ailing und ihre Studien und Kommentare zum Roman «Der Traum der roten Kammer»

Hangkun Strian

Der Traum der roten Kammer (Hongloumeng) gehört zu den vier Klassikern der chinesischen Literatur und ist heute noch ein lebendiger Bestandteil der chinesischen Kultur. Seit seiner Veröffentlichung im 18. Jahrhundert haben sich Wissenschaftler aus China und der ganzen Welt mit diesem Werk beschäftigt.

Dieses Buch thematisiert die intensive Auseinandersetzung der chinesischen Schriftstellerin Zhang Ailing mit dem Klassiker in ihrem Spätwerk Albtraum der roten Kammer (Hongloumengyan). Mithilfe der Theorien der écriture féminine, des Poststrukturalismus und der kulturellen Identität diskutiert die Untersuchung, ob Zhang Ailings Analyse die ungelösten Fragen der Hongloumeng-Forschung beantworten kann.

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1. Einleitung: Der „doppelte Ton“ des Albtraums der roten Kammer

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1.1 Zielsetzung, Forschungsstand und Aufbau

Ich habe gehört, dass Jiang Shu gleichzeitig zwei Töne singen kann, einen aus dem Rachen, den anderen durch die Nase; dass Huang Hua gleichzeitig mit zwei Händen schreiben kann, mit der linken in Regelschrift1, mit der rechten in Kursivschrift2. Wie wundersam ist solche Geschicklichkeit, die ich noch nie gesehen habe. Aber nun ertönt mir ein doppelter Ton und erscheint mir eine doppelte Schrift mit kaum zu unterscheidender Herkunft: Der doppelte Ton aus einer Stimme, die doppelte Schrift von derselben Hand. Diese Unmöglichkeit, dieses kaum zu glaubende Wunder erlebte ich beim Roman Geschichte des Steins (石头记 Shitouji)3. Was für eine Magie ist das!4

Der Traum der roten Kammer (红楼梦 Hongloumeng) gehört zu den vier großen klassischen Romanen Chinas. Seine ursprüngliche Autorschaft (wenigstens der ersten 80 Kapitel) wird Cao Xueqin 曹雪芹 (ca. 1715 bis ca. 1763) zugeschrieben. ← 17 | 18 → 1791 wurde der Roman in 120 Kapiteln von Cheng Weiyuan 程伟元 (ca. 1745 bis ca. 1819) und Gao E 高鹗 (1763–1815) zum ersten Mal als gedruckte Fassung herausgegeben. Der „doppelte Ton“ ist eine bekannte Metapher für die Kunstfertigkeit und Perfektion des Romans, die erstmals von Qi Liaosheng 戚蓼生 (?–1792) im Vorwort zu einem von ihm gesammelten Manuskript dieses Romans beschrieben wurde. Der „doppelte Ton“ symbolisiert das Geschick dieses Romans, zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen – ein literarisches und ein philosophisches.

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