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Sprachliche Strategien der Überzeugung

Metaphern des revolutionären Diskurses, dargestellt am Beispiel Olympe de Gouges’

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Isabelle Catherine Mensel

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Untersuchung der Metaphernprogramme der engagierten Autorin Olympe de Gouges (1748–1793). Diese Studie analysiert mit der Metapher eines der zentralen sprachlichen Mittel, die während des regen politischen Diskurses rund um die Französische Revolution bei der Vermittlung politisch-sozialer Programme eingesetzt wurden. Das Korpus basiert auf nicht-fiktionalen, für den Revolutionsdiskurs prototypischen Textsorten aus dem Zeitraum 1786–1793. Die Untersuchung kombiniert interaktionstheoretische, textfunktionale sowie pragmatisch-kognitive Ansätze und liefert Erkenntnisse zu vermittelten Inhalten, Funktionen und Wirkungen von Metaphern in politischen Texten.

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7 Metaphernfunktionen

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Die ungemein vielfältigen Funktionen von Metaphern sind zum Teil eng miteinander verzahnt und bedingen sich wechselseitig. In den meisten Fällen erfüllt eine in einem Text vorkommende Metapher mehrere Funktionen gleichzeitig. Es ist dies nicht der Ort für eine erschöpfende Behandlung aller Funktionen; im Folgenden sollen vielmehr grundlegende und für das zu untersuchende Korpus relevante Funktionen behandelt werden.

7.1 Realitätskonstituierende Funktion

Wenn es um die Konstituierung oder Erkenntnis einer neuen Perspektive geht, leisten Metaphern ganz entscheidende Dienste. Dass Neues nicht im luftleeren Raum entsteht, sondern durch den Rückgriff auf bereits Bestehendes mit Bekanntem verbunden wird, erleichtert seine gedankliche wie sprachliche Bewältigung gleichermaßen (Böke 1996b:442; Petraškaitė-Pabst 2006:39). Da die Ausgangsmetaphern häufig grobe Verallgemeinerungen darstellen, bedürfen sie der Ausarbeitung, Differenzierung und Interpretation. Gleichzeitig geben sie eine bestimmte Richtung vor und erfüllen deshalb eine unersetzliche Funktion (Gloor 1987:42). Sie dienen damit nicht nur der Realitätskonstituierung; vielmehr antizipieren sie Realität auch, so dass dadurch Aufforderungen zum Handeln impliziert werden können (Petraškaitė-Pabst 2006:39). In diesem letzten Aspekt liegt eine Überschneidung zur handlungsleitenden Funktion vor176.

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