Show Less
Restricted access

Chile in der Operation Cóndor 1973-1977

Staatsterrorismus in Südamerika

Lennart Bohl

Entführungen, Folter und grausame Morde. In den 1970er Jahren wurde die Operation Cóndor zum Inbegriff des Staatsterrorismus in Südamerika. Das Werk analysiert auf der Grundlage von Quellen aus chilenischen und amerikanischen Archiven Aufbau und Funktionsweisen des Geheimdienstnetzwerkes und untersucht die Rolle des chilenischen Diktators Augusto Pinochet, der den Mord am ehemaligen chilenischen Außenminister Orlando Letelier im Herzen der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. im September 1976 in Auftrag gab.

Show Summary Details
Restricted access

5. Die Operation Cóndor

Extract

← 88 | 89 →

5.  Die Operation Cóndor

Operation Cóndor was founded in late 1975 on the initiative of Chilean spy chief and head of DINA Manuel Contreras. Its secret communication system “Cóndortel” allowed the members to quickly exchange information and intelligence. The main reason for the foundation of Operation Cóndor was the joint struggle against the Revolutionary Coordinating Junta (JCR), a union of different South American guerilla-groups. By the time Operation Cóndor had been set up, the JCR however, as this chapter shows, had already ceased to be a real threat to the South American dictatorships.

Wie gezeigt, gingen die Militärregimes Lateinamerikas mit äußerster Härte gegen Oppositionelle vor. Jeder Staatsstreich löste eine enorme Welle von Flüchtlingen aus. So war, besonders nach der Amtsübernahme Allendes, Chile Auffangbecken für Exilanten aus Brasilien und Bolivien. Nach den Militärputschen in Chile und Uruguay 1973 waren unzählige Oppositionelle jedoch gezwungen, diese Länder zu verlassen und flüchteten ins Exil nach Argentinien. Mit dem Erstarken des Militärs und dem kurze Zeit später folgenden Staatsstreich fühlten sich viele auch dort nicht mehr sicher. Viele verließen den südamerikanischen Kontinent und suchten Zuflucht in Europa, etwa in Portugal, Frankreich, Schweden, der Bundesrepublik, aber besonders viele Chilenen auch in der DDR. Andere flohen nach Mexiko, Costa Rica oder in die Vereinigten Staaten.

Damit selbst ins Exil geflüchtete Oppositionelle sich vor dem langen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.