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Bühne und Bürgertum

Das Hamburger Stadttheater (1770–1850)

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Edited By Bernhard Jahn and Claudia Maurer Zenck

Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer interdisziplinär ausgerichteten Tagung, die im März 2015 in Hamburg stattfand und das Hamburger Stadttheater (1770–1850) zum Thema hatte. Im Mittelpunkt der ersten Sektion steht die Frage nach dem spezifischen Profil des Hamburger Stadttheaters, die durch Vergleiche mit anderen Stadt- und Hoftheatern der Zeit perspektiviert wird. Aspekte der Spielplangestaltung, der Repertoirebildung und der dabei verwendeten Gattungen des Sprech- und Musiktheaters bilden das Thema der zweiten Sektion. Die Beiträge des dritten Teils widmen sich den Akteuren des Hamburger Theaters sowie den Austauschprozessen zwischen Bühne, Theaterpublikum und Presse. Die vierte Sektion beschäftigt sich mit der Kanonbildung am Beispiel von Shakespeare-, Lessing- und Beaumarchais-Aufführungen.

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Bild, Bühne, Bürgertum. Intermediale Formen der Gemeinschaftsstiftung am Beispiel der Hamburger Inszenierungen von A. W. Ifflands Friedrich von Oesterreich (1790) und F. L. Schmidts Der Tag der Erlösung (1814–1863) sowie der Wiener Inszenierung von Joseph Sonnleithners Die Weihe der Zukunft (1814)*

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1. Gemeinschaft im Tableau

Am 15. November 1790 feierte Hamburg den Namenstag des neugewählten Kaisers Leopold II. In der Johanniskirche wurde unter Anwesenheit der Stadtoberen eine eigens für diesen Tag komponierte Huldigungskantate aufgeführt.1 Daraufhin läuteten die Glocken von allen Türmen, am Nachmittag feuerten 300 Kanonen auf den Wällen eine Salve ab, bevor, wie die Kaiserlich-privilegierte Hamburgische Neue Zeitung berichtete, „verschiedene Lob- und Danklieder von←303 | 304→ allen Thürmen unter Trompeten- und Paukenschall eine Stunde lang abmusicirt wurden“.2

Auch im Theater wurde an diesem Tag gefeiert. Der Theaterzettel kündigte in großen Lettern ein Stück an, dass „zur Feyer der höchsterfreulichen Kaiser-Krönung“ zum erstenmal aufgeführt werde.3 Es handelte sich um August Wilhelm Ifflands fünfaktiges historisches Schauspiel Friedrich von Oesterreich, das den Aufstieg des Habsburgers Friedrich III. zum römisch-deutschen Kaiser schildert. Im Mittelpunkt des Dramas steht der Streit um die Vormundschaft von Ladislaus Postumus, den noch unmündigen Sohn des verstorbenen Königs Albrecht II. Aus Angst um das Wohlergehen ihres Kindes bittet Elisabeth, die ungarische Königswitwe, den österreichischen Herzog Friedrich um Schutz und erhält schließlich in der entscheidenden Szene des ersten Aktes einen Brief, in dem Friedrich ihr antwortet:

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