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Interne Evaluation zwischen bildungspolitischen Vorgaben und individueller Entwicklung der Einzelschule

Eine empirische Studie an beruflichen Schulen

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Jana Rückmann

Im Rahmen einer empirischen Studie an Berliner beruflichen Schulen untersucht die Autorin Evaluations- und Entwicklungsprozesse und dabei insbesondere die subjektive Perspektive der pädagogischen Akteure. Die Studie umfasst Dokumentenanalysen, Gruppeninterviews sowie eine Lehrkräftebefragung. Die Befunde verweisen unter anderem auf eine abnehmende Distanz gegenüber internen Evaluationsmaßnahmen sowie auf einen Anstieg an Evaluationsaktivitäten. Direkte Wirksamkeiten für den Prozess der Evaluation selbst sowie Kontinuität und Nachhaltigkeit der Evaluationsaktivitäten lassen sich hingegen kaum beobachten. Die Analyse der Ergebnisse zeigt, dass die pädagogischen Akteure die bildungspolitischen Vorgaben überwiegend als extern induziert, als wenig kompatibel mit den einzelschulischen Bedürfnissen sowie als zusätzliche Belastung wahrnehmen.

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2 Evaluation im Schulwesen

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Das vorangegangene Kapitel beschreibt u. a. das in den letzten Jahren gewachsene bildungspolitische Interesse an einzelschulischer Qualitätssicherung und -entwicklung und die Verpflichtung der Schulen, diese aktiv voranzutreiben. Schulqualität, Schulentwicklung und Evaluation sind Konzepte, die in der wissenschaftlichen und bildungspolitischen Diskussion eng miteinander verknüpft sind. Altrichter, Heinrich (2006, 51) beispielsweise zeigen in einer Analyse von Konzepten zur Entwicklung des Schulwesens, „dass die Vorstellungen von Evaluation eine Schlüsselrolle in Versuchen zur Veränderung der Steuerungskultur im Schulwesen spielen“.

Im Zuge der bildungspolitisch und schulpädagogisch geführten Debatte um künftige Entwicklungslinien im Schulsystem spielen Evaluationen in der Diskussion um Qualitätssicherung und -entwicklung in Schulen eine zunehmend wichtige Rolle. In den meisten deutschen Bundesländern wurden regelmäßige (externe und interne) Evaluationen für Schulen verpflichtend eingeführt (vgl. Kapitel 2.2 und für den berlinspezifischen Rahmen Kapitel 4).

Zur theoretischen Untermauerung der empirischen Fragestellung dieser Arbeit werden grundlegende Implikationen zum Begriff Evaluation erläutert (vgl. Kapitel 2.1). Zudem werden einige internationale und nationale historische Entwicklungslinien von Evaluation als angewandter Sozialwissenschaft im Bildungswesen gezeichnet (vgl. Kapitel 2.1.2). Im Anschluss daran werden Evaluationsformen, -funktionen, -standards sowie die Gestaltung von Evaluationen erläutert (vgl. Kapitel 2.1.3–2.1.5). Die folgenden Teilkapitel fokussieren Evaluationen im Schulwesen (vgl. Kapitel 2.2). Dabei finden schulinterne Evaluationen besondere Berücksichtigung (vgl. Kapitel 2.2.2). Neben Ausführungen zu Funktionen, Formen und organisationstheoretischen Perspektiven schulinterner Evaluation wird auch auf die Berichterstattung eingegangen. Im Weiteren werden Forschungsbefunde zur Umsetzung, zu Problemlagen und...

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