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Das Wechselmodell

Geltendes Recht und Reformbedarf

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Dragana Damljanovic

Einhergehend mit einem gewandelten Rollenverständnis von Mann und Frau und einem wachsenden Interesse von Vätern an der Kindesbetreuung wird eine Betreuung im sogenannten Wechselmodell für Eltern nach Trennung oder Scheidung zunehmend attraktiver. Bei diesem Arrangement betreuen die Eltern das Kind zu in etwa gleichen Anteilen. Während in vielen ausländischen Rechtssystemen das Wechselmodell gesetzlich verankert ist, fehlt im deutschen Recht eine einschlägige Regelung. Die Autorin widmet sich daher der Frage, ob sich die Kindesbetreuung im Wechselmodell mit den geltenden Vorschriften praktikabel umsetzen lässt oder ob Reformbedarf für den Gesetzgeber besteht. Dabei werden auch aktuelle sozialwissenschaftliche und psychologische Erkenntnisse berücksichtigt.

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Einleitung

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A.  Einführung in die Problemstellung

Wenn eine Familie durch Trennung oder Scheidung der Eltern zerbricht, wird die Kindesbetreuung in der Regel im sog. Residenzmodell praktiziert.1 Dabei hat das Kind einen festen Lebensmittelpunkt bei einem Elternteil, welches für seine Betreuung überwiegend zuständig ist, und pflegt Umgangskontakte zum anderen Elternteil.2 Einhergehend mit einem gewandelten Rollenverständnis von Mann und Frau und einem zunehmenden Interesse der Väter an der Kindesbetreuung soll eine Betreuung im Wechselmodell für Eltern immer attraktiver werden.3 Indem ein regelmäßiger (z. B. wöchentlicher) Aufenthaltswechsel des Kindes von der Wohnung eines Elternteils zum anderen stattfindet, betreuen die Eltern das Kind bei diesem Arrangement zu in etwa gleichen Anteilen.4 Das Kind hat auf diese Weise zwei Lebensmittelpunkte, zwischen denen es hin und her wechselt.

Aktuell werden sowohl in der Presse als auch in der Fachwissenschaft die Vor- und Nachteile, die Anforderungen an eine Durchführbarkeit sowie die rechtlichen und psychologischen Folgen des Wechselmodells breit diskutiert.5 So war das Wechselmodell Thema von zwei Arbeitskreisen des 20. Deutschen Familiengerichtstages.6 Auch Vätervereinigungen setzen sich vermehrt mit diesem Betreuungsmodell auseinander und fordern mitunter eine gesetzliche Regelung, die eine hälftige Betreuung als Regelmodell vorsieht.7

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