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Transkulturalität, Identitätskonstruktion und narrative Vermittlung in Migrationstexten der italienischen Gegenwartsliteratur

Eine Analyse ausgewählter Werke von Gabriella Kuruvilla, Igiaba Scego, Laila Wadia und Sumaya Abdel Qader

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Romina Linardi

Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Analyse von Identitätskonstruktionen und transkulturellen Narrativen in ausgewählten Werken von G. Kuruvilla, I. Scego, L. Wadia und S. Abdel Qader. Der kultur- und literaturwissenschaftliche Zugang dient dem zentralen Anliegen, eine neue Perspektive zur Erforschung der italienischsprachigen Migrationsliteratur zu liefern. Sozialwissenschaftliche Forschungsansätze zu Migration und Identität stellen weitere theoretisch gestützte Erklärungsmechanismen bereit, die für die literarischen Analysen ebenso fruchtbar gemacht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt den eingesetzten erzähltechnischen Methoden und sprachlichen Formen, die in den Texten starre Auffassungen sprachlicher und kultureller Identität auf produktive Weise neu gestalten.

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2. Migration im Wandel der Zeit

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2.1. Vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland: Italien im Umbruch Migration ist seit jeher eine entscheidende Antriebskraft für Veränderungs- und Wachstumsprozesse, die sich in Städten vollziehen. Auch in Italien hat das Thema der Migration eine lange Tradition. Allein zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert (ca. 1860–1975) konnten über 25 Millionen Italiener14 registriert werden, die aus ihrem Heimatland emigrierten (vgl. Pittau/ Ulivi 1986: 10). Angesichts dieser Auswanderungsdichte sieht Monferrini (1987: 7) in der Emigration einen der einflussreichsten Faktoren für den Wandel und die Weiterentwicklung der ita- lienischen Gesellschaft. Heutzutage stellt das Migrationsthema Italien vor neue Herausforderungen, genauer gesagt erlebt das Land seit Ende der 1970er Jahre einen einschneidenden Wandlungsprozess, der aus dem traditionellen Auswanderungsland eine von Im- migration geprägte, heterogene Gesellschaft gemacht hat (vgl. Macioti/ Pugliese 1991: 5). Rebecca West (2001: 341) betont zu Recht, dass Italien längst ein multi- kulturelles Land geworden ist, wenngleich viele diese Tatsache noch immer zu ignorieren versuchen: „The face of today’s Italy – multiracial, multiethnic and potentially multicultural – is starting to be unveiled to the world“. Silvia Cami- lotti merkt allerdings dezidiert an, dass Italien historisch gesehen noch nie ein homogenes, monokulturelles Land gewesen ist: Che l’Italia non sia diventato un paese multiculturale con l’arrivo degli immigrati pare un’affermazione assurda ma in realtà, se fosse vera, sottintenderebbe che prima del loro arrivo il nostro paese fosse una società monoculturale, dai caratteri netti e omogenei: basti guardare alle peculiarità di ciascuna regione italiana per smantellare tale convin- zione. (Camilotti 2011: 223) Laut...

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