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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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2.3 Hören, Zuhören, Hörverstehen (Norbert Gutenberg / Karin Kröninger / Patricia Mueller-Liu)

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Norbert Gutenberg, Karin Kröninger und Patricia Mueller-Liu

2.3 Hören, Zuhören, Hörverstehen

In Ausbildung und Beruf werden die Jugendlichen mit mündlichen Anweisungen, Informationen und Erklärungen konfrontiert, nach denen sie handeln müssen. Im Projekt wurden deshalb Hörverstehensaufgaben integriert, mit denen die Zuhörfähigkeit der Schüler/-innen trainiert wurde. Hierbei wurde zwischen der zeitgleichen, direkten oder immedialen Kommunikation und der zeitlich versetzten, indirekten oder medialen Kommunikation unterschieden. Dabei ging es nicht darum, Gehörtes wörtlich zu reproduzieren, sondern zu verstehen und entsprechend zu handeln. Wenn etwas nicht verstanden wurde, musste nachgefragt werden. Hörverstehen ist offensichtlich eng mit Sprechdenken verknüpft. Auch dieser Aspekt wurde im Projekt LRS berücksichtigt.

Im Zusammenhang mit den sprachlichen Schlüsselkompetenzen spielen Hören und Hörverstehen eine besondere Rolle. Hörverstehen ist „in allen Lebensbereichen über die gesamte Lebensspanne gefordert, sei es im Alltag, im Beruf oder beim Lernen“.1 Der menschliche Spracherwerb beginnt bekanntlich mit dem Hören, weshalb diese Fertigkeit auch als Voraussetzung für die anderen drei Schlüsselkompetenzen angesehen werden kann. Hörverstehen spielt eine wichtige Rolle auch als Voraussetzung für das Lesenlernen2 und für die Rechtschreibung,3 beim Wissenserwerb und in der Alltagskommunikation.

Man könnte vielleicht annehmen, Hörverstehen sei die am leichtesten erlernbare Schlüsselkompetenz. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Es ließe sich demgegenüber durchaus behaupten, es sei die schwierigste, im Sinne von kraftraubendste, der vier...

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