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Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht

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Eva-Maria Hoyler

Die Autorin untersucht die Strafbarkeit von Schiedsrichtermanipulationen aus wirtschaftsstrafrechtlicher Sicht. Dabei konzentriert sie sich zunächst auf die Vermögensdelikte Betrug und Untreue und anschließend auf den Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Im Rahmen der Subsumtion unter die Vermögensdelikte erweist sich nahezu jedes Tatbestandsmerkmal als problematisch. Betrug und Untreue sind nur im Einzelfall geeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu erfassen. Der Tatbestand der Bestechung im geschäftlichen Verkehr ist hingegen de lege lata insgesamt ungeeignet, Schiedsrichtermanipulationen zu sanktionieren. Dies legt die Autorin anhand einer umfassenden Tatbestandsauslegung dar.

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§ 2 Manipulation von Schiedsrichtern im Lichte des Betrugstatbestandes

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§ 2  Manipulation von Schiedsrichtern im Lichte des Betrugstatbestandes

Werden Manipulationen von Schiedsrichtern unter dem Blickwinkel des Betruges untersucht, ergeben sich zahlreiche denkbare Anknüpfungspunkte für Tathandlungen, die den Tatbestand erfüllen könnten. Erst nach Beleuchtung der diversen in Betracht kommenden Tathandlungen wird es möglich sein zu beurteilen, ob und inwieweit der Betrugstatbestand in Konstellationen der Manipulation von Schiedsrichtern einzugreifen geeignet ist. Wie eingangs erläutert, werden vorliegend gerade keine Konstellationen untersucht, in denen Wettanbieter beteiligt sind, sodass die Problematik einer Erfassung der Manipulation über eine Betrugsstrafbarkeit nicht mittels eines Rückgriffes auf die im Fall Hoyzer ausgeführte Konstruktion des sog. Quotenschadens gelöst werden kann.31

Die Subsumtion der Fälle von Schiedsrichtermanipulationen unter den Betrugstatbestand wird an nahezu jedem Tatbestandsmerkmal Schwierigkeiten bereiten. Methodisch wird dabei derart vorgegangen, dass das Vorliegen des jeweiligen Tatbestandsmerkmales getrennt für den ausrichtenden Verband, den Preisspender und den gegnerischen Verein beurteilt wird. Die derart personell ausdifferenzierte Untersuchung orientiert sich zwar an dem eingangs geschilderten Realgeschehen, verlässt dieses aber auch durch Vornahme geringfügiger Modifikationen, um so darlegen zu können, weshalb der Betrugstatbestand in aller Regel kein probates Mittel zur strafrechtlichen Erfassung derartiger Fälle von Schiedsrichtermanipulationen ist. Erst diese umfassende Prüfung kann belegen, dass die sich ergebende Straflosigkeit von Schiedsrichtermanipulationen durch Vereinsfunktionäre im sportlichen Wettbewerb kein Zufallsprodukt der konkreten Fallkonstellation darstellt, sondern dass die Straflosigkeit notwendige Folge der systemischen Struktur des Betrugstatbestandes ist.

Zentrale Problemstellung der nachfolgenden...

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