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Der Hamburger Theaterskandal von 1801

Eine Quellendokumentation zur politischen Ästhetik des Theaters um 1800

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Martin Schneider

Der Herausgeber dokumentiert, kommentiert und analysiert erstmals den Hamburger Theaterskandal von 1801. Damals kam es zu einer offenen Rebellion des Publikums gegen die fünf Direktoren der Bühne. Lautstark forderten die Zuschauer ein Mitspracherecht bei künstlerischen Entscheidungen. Sie zeigten damit, dass das Theater um 1800 als öffentlicher Verhandlungsort politischer und ästhetischer Konflikte zu begreifen ist. Dieses Buch dokumentiert den Hamburger Theaterskandal anhand historischer Pressetexte. Dabei macht der Herausgeber deutlich, welche Rolle die Medien bei der Eskalation des Streits und seiner Bewältigung in der Öffentlichkeit spielten. Die hier zum ersten Mal edierten und kontextualisierten Quellen des Skandals erlauben neue Erkenntnisse über die Funktionsweise von Theaterskandalen überhaupt.

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1. Quellendokumentation

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1. Quellendokumentation

1.1. Vor dem Skandal

1. Garlieb Merkel: Briefe über Hamburg und Lübek. Leipzig: Johann Friedrich Hartknoch 1801, S. 344–348.

Im Winter 1798–1799 reist der Schriftsteller Garlieb Merkel nach Hamburg und besucht auch das dortige Theater. Er schildert den schlechten Zustand der Bühne, den auch die Protestierenden des 20. April 1801 kritisieren werden und der als Auslöser des Theaterskandals gelten kann.

Hamburg hat zwey Theater, ein Deutsches und ein Französisches. Das Deutsche hatte einst das Glück Lessing zum Dramaturgen, und späterhin Schröder zum Vorsteher zu ha[345]ben. Damals freilich war es das erste Theater Deutschlands, aber itzt – Man ahnet bei seinem Anblicke nichts mehr von seinem ehemaligen Glanze. Ich habe mir vorgenommen, so wenig als möglich Anekdoten von Lebenden zu erzählen: keine Sylbe also über die Vorgänge, die es sinken machten, seine Direktion dem größten mimischen Künstler Deutschlands verleideten, und sie fünf Kunstjüngern übergaben, deren Namen weder Apoll noch die Nation kennt. –

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