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Der Deutsche Künstlerbund im Spiegel seiner Ausstellungspraxis

1903–1936

Tanja Moormann-Schulz

Das Buch untersucht den Deutschen Künstlerbund, der mit seiner höchst heterogenen Aufstellung unter den Künstlervereinigungen im frühen 20. Jahrhundert einzigartig war. Seine Gründung im Winter 1903 bildete den Höhepunkt der Kontroverse um eine Liberalisierung des offiziellen Kunstbetriebs im wilhelminischen Kaiserreich. Junge und alte, moderne und traditionelle Künstler aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kamen hier zusammen. Diese erste umfassende Monografie zum Deutschen Künstlerbund beleuchtet, wie sich der Bund von seinen Anfängen bis zur Zwangsauflösung 1936 zwischen den scheinbar unvereinbaren Polen Tradition und Moderne positioniert hat und inwiefern er seine heterogene Struktur im Sinne der modernen Kunstbewegung nutzbar machte.

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1913: 5. Grafikausstellung in Hamburg

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Nach nur drei Jahren wurde 1913 eine weitere Grafikausstellung in der Hamburger Galerie Commeter veranstaltet. Außer in Leipzig, wo bisher eine graphische (1907) und eine Jahresausstellung (1911) durchgeführt worden sind, hat der Künstlerbund bisher an keinem Veranstaltungsort wiederholt ausgestellt. Dass dies nun der Fall war, wurde vom Vorstand des Künstlerbundes mit dem Erfolg der letzten Hamburger Grafikschau sowie dem Interesse von Seiten „Hamburger Sammler und Kunstfreunde“ begründet.1216 Ein kunstinteressiertes Publikum hat Hamburg zweifelsfrei geboten. Der Künstlerbund konnte sich berechtigte Hoffnungen auf einen finanziellen Erfolg machen. Vier Jahre nach dieser Grafikausstellung, anlässlich einer Ausstellung des gerade von Rosa Schapire und Ida Dehmel gegründeten „Frauenbundes zur Förderung deutscher bildender Kunst“, die 134 Werke neuerer deutscher Kunst aus Hamburger Privatbesitz zeigte, darunter eine große Zahl avantgardistischer Künstler („Beckmann, Otto Freundlich, van Gogh, Heckel, Hodler, Hofer, Jawlensky, Kanoldt, Kirchner, Kandinsky, Kokoschka, Marc, Modersohn-Becker, Munch, Nauen, Nölken, Nolde, Pechstein, Picasso, Rohlfs“1217), konnte Gustav Schiefler feststellen, „daß Hamburg ganz außerordentlich reich an Werken der neuesten Kunst geworden war“1218.

Eine Jahresausstellung konnte der Bund im aufgeschlossenen Hamburg noch immer nicht durchführen, weil sich nach wie vor kein Platz dafür bot. Der Neubau der Kunsthalle war noch nicht fertiggestellt. Erst nach dem Krieg konnte der Bund dort ausstellen. Dies geschah dann aber auch zwei Mal, 1921 und 1936. Die Hamburger Grafikschau 1913 begann fast zeitgleich mit der Mannheimer Ausstellung, dauerte aber nur knapp zwei Monate, wie es...

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