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Begriffene Geschichte – Geschichte begreifen

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Holger Thünemann, Jürgen Elvert, Christine Gundermann and Wolfgang Hasberg

Wer Geschichte in ihrem Wesen begriffen hat, der weiß, dass der Gegenwart immer eine Zukunft, dass dem Heute immer ein Morgen folgt. Jörn Rüsen hat sich mit dem einmal Erreichten nie zufrieden gegeben, sondern hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten seit seiner Promotion an der Universität zu Köln immer wieder zentrale wissenschaftliche Beiträge zum besseren Begreifen der Geschichte vorgelegt. Weggefährten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, die seinen Weg weiter verfolgen, knüpfen in diesem Band an Rüsens Œuvre an und setzen sich mit seinen geschichtstheoretischen, geschichtsdidaktischen und kulturwissenschaftlichen Positionen produktiv auseinander.

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Grußwort zur Feier der „goldenen“ Promotion von Prof. Dr. Jörn Rüsen

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Wem wird man weniger erklären müssen, dass Geschichte eine Geschichte hat als Jörn Rüsen, dem herausragenden Pionier der Erforschung der Theorien und Methodiken des Faches? Und wer hätte mehr Verständnis dafür, dass es vornehmlich eine rhetorische Operation ist, zwei in zeitlichem Abstand zueinander stehende Ereignisse aufeinander zu beziehen, um aus dieser Beziehung so etwas wie die Geschichtlichkeit dieser Ereignisse zu konstruieren?

Das Grußwort, mit dem ich im Namen der Philosophischen Fakultät Jörn Rüsen zum Goldenen Jubiläum seiner Promotion gratulieren möchte, unterliegt eben diesen rhetorischen Operationen. Deren Auswirkungen auf die Darstellung der Geschichte zu erforschen, hat der Jubilar sich zur Aufgabe gemacht und über Jahrzehnte mir großer Konsequenz und beeindruckender Reichweite verfolgt. Dass er diesen Weg an der Kölner Philosophischen Fakultät begonnen hat, als er seine Dissertation „Begriffene Geschichte. Genesis und Begründung der Geschichtstheorie J. G. Droysens“ unter der Betreuung des damaligen Lehrstuhlinhabers Theodor Schilder verfasste, erfüllt uns mit einem gewissen Stolz auf die eigene Tradition. Dieser wird eher noch gestärkt, wenn man im Rückblick erkennt, welche zukunftsweisende und wirkmächtige neue Tradition der Geschichtswissenschaften damit begründet wurde.

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