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Friesische Händler und der frühmittelalterliche Handel am Oberrhein

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Jens Boye Volquartz

Die Studie befasst sich mit dem oberrheinischen Ausläufer des sonst eher im Nordseeraum wahrgenommenen Friesenhandels. Die friesischen Handelsaktivitäten als Vorgänger des Hansehandels annehmend analysiert der Autor die Handelsorganisation der Friesen fern ihrer Heimatregion und die Interdependenzen zwischen dem von ihnen getragenen Fernhandel und der städtischen Entwicklung der oberrheinischen Bischofsstädte Mainz, Worms, Straßburg und Basel. Die Ergebnisse veranschaulichen nicht bloß Handelsrouten, Logistik, Warensortiment und Vertriebssystem friesischer Händler auf der Rheinroute, sondern auch deren Wirkung am Oberrhein, insbesondere hinsichtlich der Ausprägung eines zur frühmittelalterlichen Zeit einzigartigen Städtetypus, dessen Spuren noch heute im Stadtbild sichtbar sind.

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2. Frühmittelalterlicher Handel

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2.   Frühmittelalterlicher Handel

Zur Untersuchung frühmittelalterlichen Handelsgeschehens ist es vorab notwendig zu klären, was genau unter „Handel“ zu verstehen ist, insbesondere wenn es um die in der vorliegenden Arbeit zu untersuchenden Prozesse geht, bei denen er eine wesentliche Rolle spielte. Der Handel ist nur eine von unterschiedlichen Möglichkeiten des Warenaustausches. Neben ihm sind die Erlangung von Gütern durch Geschenkgabe, Raub und Plünderung – auch Grabraub –, Besteuerung, Mitgift, (karitative) Verteilung oder (Grund-)Rente als einige Beispiele zu nennen, die zum „nicht handelsgebundene[n] Warenverkehr“25 zu zählen sind. Von ihnen grenzt sich der Handel durch seinen kommerziellen Charakter ab, wie ihn auch Isidor von Sevilla versteht: eine Beschäftigung, bei der durch An- und Verkauf von Waren Gewinn erzielt werden soll.26 Hierbei sind die Austauschformen Platz-, Nah- und Fernhandel27 sowie die Marktsituationen Hausierhandel, ortsfeste Läden und Markttage28 zu unterscheiden.29

Bei der Betrachtung des Handels – sei es auch regional zentriert – ist es unabdingbar, den größeren Rahmen aufzuzeigen, in dem er sich abspielte. Zwei wesentliche zu betrachtende Kategorien, das geographische Einzugsgebiet des Handels einer Region sowie die administrative Handelspolitik, die dieses Gebiet bestimmt, sind an die politischen Verhältnisse gebunden, im Frühmittelalter im Wesentlichen an die Herrscherdynastie. Diesen politischen Aspekt gilt es in der vorliegenden Arbeit zu beleuchten. Einen anderen maßgeblichen Aspekt neben dem Politischen stellt die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung dar bzw. die aus ihr resultierenden Handelsströme des frühen Mittelalters. Um im weiteren...

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