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Die Abgeordneten des Preußischen Landtags 1919–1933

Biographie – Herkunft – Geschlecht

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Barbara von Hindenburg

Die Studie befasst sich mit den Abgeordneten, die zwischen 1919 und 1933 in die Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und den Preußischen Landtag gewählt wurden. Unter den knapp 1.400 Abgeordneten waren nach der 1918 erfolgten Einführung des Frauenwahlrechts erstmals auch Parlamentarierinnen. Die Herkunft der Abgeordneten bis zu ihrem Einzug in den Landtag wird in fraktions- und erstmals in geschlechtervergleichender Perspektive analysiert. Eine Grundlage der Analyse sind die Biographien der Abgeordneten, die von der Verfasserin zugleich in einem ‚Biographischen Handbuch‘ vorgelegt werden. Die Untersuchung wendet die zentralen Kategorien ‚historische und familiale Generation‘ sowie ‚Raum‘ an.

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II. Generation – Zeit und Familie

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II.  Generation – Zeit und Familie

Bei der Analyse biographischer Kollektive finden sehr unterschiedliche Methoden Anwendung. So fassen zum Beispiel Jürgen Mittag und Patrick Sahle bei der Analyse von sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten in der Weimarer Republik drei Herangehensweisen zusammen: den stratifikationstheoretischen Ansatz, „der nach der sozialen Herkunft als entscheidenden Faktor für den Aufstieg der untersuchten Personen fragt“, den „sozialisationstheoretischen Ansatz, der davon ausgeht, dass Verhaltensmuster von Erwachsenen schon in der Jugend vorgeprägt werden“, und schließlich den „generationstheoretischen Ansatz, der das Postulat zu nutzen sucht, dass verwandte Geburtsjahrgänge auch durch gemeinsame Kennzeichen geprägt sind.“1

Auch bei den Abgeordneten des Preußischen Landtags treten Unterschiede in diesen verschiedenen Kategorien deutlich zutage. Wird der Blick bei diesen drei Herangehensweisen auf die Herkunft fokussiert, vereint jeder der genannten Ansätze im weitesten Sinne auch die Frage nach generationalen Zusammenhängen: Beim generationstheoretischen Ansatz wird dies schon im Namen deutlich – hier wird nach der historischen Herkunft eines biographischen Kollektivs gefragt. Den stratifikationstheoretischen Ansatz und den sozialisationstheoretischen Ansatz vereint die Frage nach der familiären Herkunft der jeweiligen Personen – in diesem Sinne steckt in ihm auch die Frage nach familialen oder generativen Generationsprozessen.

Auf diese Herangehensweisen wird im weiteren Verlauf dieses Kapitels jeweils detailliert eingegangen.

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