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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 4

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit der Sektion «Qualifizierung von DaF-Lehrkräften weltweit», darauf folgt die Sektion «Germanistische Qualifikationen weltweit: Curricula und Berufsbilder von AuslandsgermanistInnen». Die Sektion «Phonetik und Phonologie Deutsch als Fremdsprache» beschließt den Band.

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Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation. Eine Herausforderung für die Germanistik als de-territorialisierte Literatur- und Kulturwissenschaft

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Einleitung

Germanistik entstand als akademische Disziplin erst Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Kontext der imperialen Bestrebungen in Afrika, Asien und Osteuropa, aber auch der Armutsmigration nach Nord- und Südamerika gelangten die deutsche Sprache, Literatur und Kultur in die weite Welt.1 Wenn am Anfang ihrer Entstehung die Interessen der eigenen Nation standen und sich daher die Maßstäbe der germanistischen Forschung und Ausbildung an einem Zentrum orientierten, so muss heute festgestellt werden, dass sich die Germanistik weltweit verortet und beheimatet hat, so dass von einer glokalen bzw. de-territorialisierten Germanistik2 gesprochen werden kann.

1. Deutschunterricht und germanistische Ausbildung in Kamerun

Die deutsche Sprache wurde in Kamerun während der deutschen Kolonialzeit (1884–1918) gelehrt, besonders ab 1888, als die erste Regierungsschule in Duala gegründet wurde.3 Da Deutschland den Ersten Weltkrieg verlor, wurde die deutsche Sprache von den Siegermächten verbannt. 1952 wurde mit der Gründung des ersten Gymnasiums in Kamerun, des Lycée Général Leclerc in Yaoundé, die deutsche Sprache als zweite Fremdsprache wieder eingeführt. Es wurden Lehrwerke eingesetzt, die auch in Frankreich verwendet wurden und der französischen Sprach- und Kulturpolitik Rechnung trugen.

Erste Zeichen einer Re-Territorialisierung bzw. -lokalisierung der deutschen Sprache in Afrika wurden 1975 mit der Konzeption des ersten Lehrwerkes Yao←125 | 126→ lernt Deutsch4 von Manfred Schröder und Rolf-Dieter Beissner gesetzt, das bis 1990 in frankophonen Ländern Afrikas verwendet wurde. Der Wille, den Deutschunterricht für den afrikanischen Kontext...

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