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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 6

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kognition der Mehrsprachigkeit», darauf folgt die Sektion «Das Lernen und Lehren der deutschen Sprache in einer mehrsprachigen Welt: sprachpolitische Bedingungen und Ansätze». Die Sektion «Die Rolle des Sprachvergleichs beim Erwerb des Deutschen» beschließt den Band.

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Daz-Unterricht und Mehrsprachigkeit: der Idealfall von Integrationskursen (Gianluca Cosentino)

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Gianluca Cosentino (Pisa, Italien)

Daz-Unterricht und Mehrsprachigkeit: der Idealfall von Integrationskursen

1. Integrationskurse in Deutschland

Als Erbe einer bereits fast 30 Jahre existierenden Deutschförderung für Zugewanderte wurden 2005 die ersten Integrationskurse (IK) eingeführt.

Abb. 1 Aufbau von IK

IK umfassen 660 Unterrichtseinheiten und bestehen aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs zur Vermittlung von Wissen über Rechtsordnung, Geschichte und Kultur in Deutschland. Der Unterricht muss einen Raum bieten, in dem Kultur-, Identitäts- und Integrationskonflikte aufgegriffen und verarbeitet werden und der die sprachliche Handlungsfähigkeit von Zugewanderten „im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit”1 fördern soll.

Bei den Teilnehmenden an IK geht es um Menschen mit weit auseinander liegenden Erfahrungen. Auf der einen Seite der Skala finden sich auch in der Erstsprache nicht alphabetisierte, lernungewohnte, auf der anderen mehrsprachige, sprachbewusste und sprachlerngewohnte Menschen ein, die klare Vorstellungen davon haben, auf welche Weise und in welchem Zeitumfang sie sich eine weitere Sprache aneignen können.←79 | 80→

Was die Unterrichtsmethodik angeht, so versteht sich das vom Goethe-Institut 2006 erarbeitete Rahmencurriculum für IK auftragsgemäß nicht als Lehrplan und macht deswegen auch keine Aussagen zum methodischen Vorgehen, weder zur Interkulturalität noch zum Umgang mit der Mehrsprachigkeit.

Im Zusammenhang mit den Kurszielen und mit der Entwicklung einer mehrsprachigen europäischen Identität ist die Unterrichtsrealität im Bereich der IK immer noch sehr deutlich von einem „monolingualen Habitus“2 geprägt.

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