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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Ökonomische Imperative der Globalisierung im Diskurs der interkulturellen Germanistik. Grundfragen einer disziplinären Positionsbestimmung (Ewald Reuter)

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Ewald Reuter (Tampere, Finnland)

Ökonomische Imperative der Globalisierung im Diskurs der interkulturellen Germanistik. Grundfragen einer disziplinären Positionsbestimmung

1. Ökonomische Imperative und interkulturelle Germanistik

In diesem Beitrag wird eine Beantwortung der Frage versucht, inwiefern die interkulturelle Germanistik ihre Erfassung durch die ökonomische Globalisierung wahrnimmt und wie sie in Theorie und Praxis darauf reagiert1. „Globalisierung“ wird verstanden als eine Superkategorie der Selbst- und Fremdbeobachtung (wie „Modernisierung“ oder „Demokratisierung“), die auf konkrete Beschreibungen von „Strukturen und Interaktionen mit planetarischer Reichweite“ abzielen, wobei angenommen wird, dass der Makroprozess der Globalisierung zugleich intendiertes und nicht-intendiertes Resultat individuellen und kollektiven Handelns ist, da „[g]lobale Verflechtungen von Staaten, Firmen, Gruppen und Individuen aufgebaut, erhalten, umgeformt und zerstört [werden]“ (Osterhammel/Peterson 2012, S. 112–113).

Die globalen ökonomischen Zwänge, denen sich seit einiger Zeit Studiengänge, Hochschulen und gesamte Bildungssysteme ausgesetzt sehen, verdanken sich keinesfalls einer „unsichtbaren Hand“ (A. Smith) des Weltmarktes, sondern gehen u. a. zurück auf eine seit 1989 als „Washington Consensus“ bekannt gewordene Agenda (Williamson 2003), die von immer mehr Regierungen aufgegriffen und im eigenen Land umgesetzt wird. Laut Selbstauskunft aufgelegt zur Sicherung des globalen wirtschaftlichen Wachstums, der Reduzierung von Armut und der Nivellierung von Einkommensunterschieden, wirkt sich die Umsetzung dieser Agenda faktisch jedoch aus als „schöpferische Zerstörung“ (J.A. Schumpeter) gesellschaftlicher und somit auch hochschulischer Strukturen, wie man leicht an den zentralen Imperativen erkennen kann (Kellermann 2006, S. 96):←311 | 312→

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