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Migration in Theologie und Kunst

Transdisziplinäre Annäherungen

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Edited By Hanjo Sauer and Julia Allerstorfer

Die Beiträge untersuchen disziplinübergreifend das Phänomen Migration. Die AutorInnen betrachten Migration als ein konstitutives Element der Menschheitsgeschichte und als globales Zukunftsthema. Spätestens seit Beginn der Flüchtlingswelle aus Syrien nach Europa und auch Österreich in den Sommermonaten 2015 ist diese Thematik integraler Bestandteil medialer, politischer und öffentlicher Kontroversen. Migration ist kein modernes Phänomen. Wanderungsprozesse aufgrund existenzieller Bedrohungen oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen anderswo hat es immer gegeben. Die BeiträgerInnen diskutieren Migration aus den Perspektiven der Theologie, Philosophie und der Kunstwissenschaft. Die Bandbreite der Sujets reicht hierbei von alttestamentarischen Bibelstellen bis hin zum Europa der Neuzeit, über Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung. Aus kunstwissenschaftlicher Perspektive wird der Migrationsbegriff hinsichtlich unterschiedlicher Epochen und Kunstgattungen aufbereitet.

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Jesus von Nazareth: „Ich bin ein Migrant!“ Die Bedeutung der Migrationserfahrung für den christlichen Glauben (Hanjo Sauer)

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Hanjo Sauer

Jesus von Nazareth: „Ich bin ein Migrant!“

Die Bedeutung der Migrationserfahrung für den christlichen Glauben

Worte können Geschichte machen und Menschen bewegen. Es gibt wenige charismatische Worte, die sich so im Bewusstsein der Menschen in Deutschland (aber auch darüber hinaus der Europäer) festgesetzt haben, wie das Wort des ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy, das er am 26. Juni 1963 in einer nur neunminütigen Rede vor dem Rathaus Schöneberg in Berlin geprägt hat: „Ich bin ein Berliner!“ Was ist das Besondere an diesem Wort? Mit elementarer Schlichtheit identifiziert sich hier der amerikanische Präsident mit einer von politischen Katastrophen heimgesuchten und während des sogenannten „Kalten Krieges“ zwischen den Hemisphären geteilten Stadt, dass er deren Schicksal zu dem seinen macht. Nach dem Bau der Berliner Mauer durch die Staatsführung der DDR wollte Kennedy anlässlich des 15. Jahrestags der Berliner Luftbrücke unmissverständlich klarstellen, dass die USA keinesfalls Westberlin dem sowjetischen Kommunismus überlassen würden. Die Reaktion der BerlinerInnen und darüber hinaus der westlichen Welt, die nicht unter dem Joch Sowjetrusslands standen, sich von diesem aber gleichwohl bedroht fühlten, war beeindruckend. Sofort wurde dieses Wort des amerikanischen Präsidenten in seiner vollen Tragweite begriffen und begeistert aufgenommen.1 Es hätte zu der damaligen Zeit niemanden gegeben, der eher in der Lage gewesen wäre, dieser Bedrohung zu trotzen, und dies bereits in aller Konsequenz getan hatte, wie die Kubakrise...

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