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Subsidiarität der Lebendorganspende

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Rainer Hellweg

Das Buch untersucht die Subsidiarität der Lebendorganspende, wie sie im deutschen Transplantationsgesetz normiert ist. Der Autor erörtert, welche juristischen Fragestellungen und Probleme in der medizinischen Praxis diese Regelung aufwirft. Er beleuchtet die relevanten medizinischen, ethischen und juristischen Aspekte und geht dabei auch auf den verfassungsrechtlichen Kontext sowie auf die Paternalismusdebatte ein. Die Argumente pro und contra die Subsidiaritätsregelung wägt das Buch gegeneinander ab. Der Autor vertritt als Ergebnis die These von der «faktischen Subsidiarität» und propagiert, die gesetzliche Regelung ersatzlos zu streichen.

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C) Ethische Betrachtungen

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I. Medizinethik: Neue Herausforderungen

Die wissenschaftliche Disziplin der Ethik befasst sich mit Normen und Werten auf einer reflektierenden Ebene.94 Im Rahmen einer lehrbuchmäßigen Definition kann die Aufgabe der Medizinethik als „kommunikationsfördernde Formulierung, Überprüfung und Rechtfertigung von Handlungsalternativen angesichts der moralischen Konflikte“95 bezeichnet werden.

Moralische Konflikte ergeben sich im Bereich ärztlichen Handelns in besonderem Maße. Von ärztlichen Entscheidungen und Handlungen sind das körperliche Wohlbefinden bzw. sogar das Überleben der Patienten abhängig. Auf der anderen Seite stellen ärztliche Handlungen, insbesondere invasive Maßnahmen, einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit der Patienten dar. Somit sind Güter der Patienten von höchstem Wert durch die ärztliche Tätigkeit betroffen; Situationen moralischen Konflikts ergeben sich zwangsläufig gehäuft und in besonderer Intensität.

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