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Geheimnisvolles Alsenviertel am Bundeskanzleramt

Helmut Zschocke

Der Ort des Bundeskanzleramts und die daneben liegende Grünfläche des Spreebogens verbergen ein Geheimnis. Sie bildeten das noble Alsenviertel. Dessen letzter steinerner Zeuge ist die Schweizer Botschaft. Viele prominente Persönlichkeiten haben hier gewohnt und gewirkt: Minister, Generäle, hohe Beamte, ausländische Botschafter, Großgrundbesitzer, Unternehmer, Ärzte und Künstler. Hier befanden sich außerdem der kaiserliche Generalstab und das NS-Innenministerium. Die Namen der Bewohner finden sich im Berliner Adressbuch. Aber erst zusätzliche Quellen erhellen die bemerkenswerten, teilweise unbekannten wechselhaften Schicksale so mancher Prominenter. Unter der NS-Herrschaft schlägt die Stunde des Alsenviertels – bereits im Frieden!

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4 Berliner Stadtviertel mit Geburtswehen

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Die – auch im Interesse des Berliner Magistrats liegenden – Bemühungen des preußischen Staates zur Besiedlung des Spreebogens und zur Urbanisierung weiterer Terrains werden durch die rasch anwachsende Stadtbevölkerung erzwungen. Für das Jahr 1840 weist die Statistik noch 323.000 Einwohner der preußischen Hauptstadt aus. Dreißig Jahre später hat sich diese Zahl auf 775.000 weit mehr als verdoppelt, und 1877 wird die Millionengrenze überschritten.

In zwei Himmelsrichtungen ist Berlin längst über die Grenze der Akzisemauer, jener massiven, bis in die zweite Hälfte der sechziger Jahre existierenden Stadtbegrenzung mit steuerlichen, polizeilichen und lange Zeit auch militärischen Aufgaben, hinausgewachsen. Mindestens 20.000 Menschen wohnen um 1840 bereits außerhalb dieser Linie. Im Norden liegen vor dem Hamburger und dem Rosenthaler Tor die berüchtigten Familienhäuser sowie „Neu-Voigtland“, auch vor dem Königstor finden sich erste Ansiedlungen. Im Südwesten ist jenseits von Potsdamer und Anhalter Tor das sogenannte Geheimratsviertel entstanden. (vgl. Helmut Zschocke, Die Berliner Akzisemauer, Berlin 2012, S. 104–108, 161).

Peter Joseph Lenné (1789–1866), Grafik

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