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Geheimnisvolles Alsenviertel am Bundeskanzleramt

Helmut Zschocke

Der Ort des Bundeskanzleramts und die daneben liegende Grünfläche des Spreebogens verbergen ein Geheimnis. Sie bildeten das noble Alsenviertel. Dessen letzter steinerner Zeuge ist die Schweizer Botschaft. Viele prominente Persönlichkeiten haben hier gewohnt und gewirkt: Minister, Generäle, hohe Beamte, ausländische Botschafter, Großgrundbesitzer, Unternehmer, Ärzte und Künstler. Hier befanden sich außerdem der kaiserliche Generalstab und das NS-Innenministerium. Die Namen der Bewohner finden sich im Berliner Adressbuch. Aber erst zusätzliche Quellen erhellen die bemerkenswerten, teilweise unbekannten wechselhaften Schicksale so mancher Prominenter. Unter der NS-Herrschaft schlägt die Stunde des Alsenviertels – bereits im Frieden!

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5 Vom Generalstab zum Reichsministerium

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Der Bau des Generalstabsgebäudes, vom Kriegsministerium beauftragt und von den Architekten Fleischinger und Voigtel entworfen, beginnt unter der Leitung von Baumeister Goedeking im Herbst 1867. Nach dreieinhalb Jahren, im Frühjahr 1871, ist der mit rundbogigen Fenstern und Türen ausgestattete Bau bei einem Kostenaufwand von 1.110.000 Mark vollendet. In dem vom Architektenverein zu Berlin 1877 herausgegebenen Band „Berlin und seine Bauten“ legt man Wert auf die Feststellung, dass diese Bauzeit „trotz der zum Teil schwierigen Fundierung auf Senkkasten und Brunnen“ (Teil I, S. 273) eingehalten wurde. Der feuchte Wiesenuntergrund der ehemaligen Holzlager lässt grüßen – obwohl entwässert und von einer meterhohen Erdschicht überdeckt.

Das Gebäude des Generalstabs

Das Dienstgebäude des Generalstabs der preußischen Armee liegt ganz im Westen des Alsenviertels, dort, wo sich heute Ehrenhof und Leitungsgebäude des Bundeskanzleramts befinden. Während jedoch letztere nach Osten, in Richtung Paul-Löbe-Haus zeigen, blickt die 90 Meter lange Hauptfront des Generalstabsgebäudes nach Süden, zum Königsplatz. Die Seitenflügel erstrecken sich entlang der – inzwischen von Bundeskanzleramt überbauten – Herwarthstraße mit 55 Meter Länge und des abgeknickten Teils der Moltkestraße, der 62 Meter umfasst. Die vierte, nördliche Front des Hofes bildet ein Pferdestall. ← 121 | 122 →

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