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Bildberichterstattung im 21. Jahrhundert

Das Recht am eigenen Bild bei Kriminalberichterstattungen Ein Rechtsvergleich zum US-amerikanischen Recht

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Kristin Eglinski

Dieses Buch untersucht Aspekte der Bildberichterstattung des 21. Jahrhunderts im deutschen und amerikanischen Recht aus einer vergleichenden Perspektive. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Recht am eigenen Bild in der Kriminalberichterstattung. Die Autorin stellt fest, welche Lösungen verschiedene Rechtssysteme für die Zulässigkeit von Kriminalberichterstattungen unter dem Gesichtspunkt der Wahrung der Grundrechte gefunden haben. Dazu führt sie konkrete Analysen von Fällen medialer Berichterstattung über Tatverdächtige und Straftäter durch. Der Rechtsvergleich kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland Persönlichkeitsrecht mit Art. 5 Absatz 1 GG gleichwertig nebeneinanderstehen. Im US-amerikanischen Recht nimmt jedoch der First Amendment gegenüber dem Right of Privacy eine überragende Stellung ein.

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1. Teil: Einführung

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1. Teil:  Einführung

A.  Problemaufriss

„Nur oberflächliche Menschen urteilen nicht nach Äußerlichkeiten. Das wahre Geheimnis der Welt liegt im Sichtbaren, nicht im Unsichtbaren.“1 Wenngleich Oscar Wildes Worte nicht der Gegenwart entspringen, haben sie dennoch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. In den letzten Jahrzehnten ist der Markt für Paparazzifotos rasant gewachsen. Die Preise für ein einziges Foto belaufen sich nicht selten auf ein kleines Vermögen. Dabei richtet sich der Preis nach dem Motiv. Besonders enthüllende und spektakuläre Bilder werden in den USA durchschnittlich mit $ 200.000 vergütet.2 Wie es Keyser zutreffend formuliert: „Es herrscht Goldgräberstimmung und das Geschäft mit den Stars und Sternchen boomt.“3 Doch wie alles im Leben hat auch diese Medaille zwei Seiten. Man kommt nicht umhin anzuerkennen, dass sog. Stars und Sternchen auch die Öffentlichkeit suchen und die Aufmerksamkeit genießen. Ja, nicht selten handelt es sich sogar um eine „narzisstisch öffentliche Selbstentblößung“.4 Während Prominente früher zumeist Paparazzi bestellten, um „zufällig“ abgelichtet zu werden, hält nunmehr ein neuer Trend Einzug in die Glamourwelt. Der aktuelle Trend der Selbstentblößung sind „Selfies“. Prominente fotografieren sich in (nahezu) allen Lebenslagen ihres Privatlebens und schicken diese Fotos hinaus in die globale Welt. So weiß die Öffentlichkeit am Morgen, in welchem Bikini sich Gwen Stefani am Strand von Malibu zeigt oder ob Heidi Klum überhaupt einen am Strand von Bora Bora trägt. Selbstvermarktung...

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