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Die operative Fallanalyse im Strafprozess

Ein Beitrag zur Dogmatik der persönlichen Beweismittel

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Frederike Stinshoff

Die operative Fallanalyse ist eine relativ neue Form des kriminaltechnischen Sachbeweises. Die Rechtsprechung der letzten Jahre zeigt ein wachsendes Bedürfnis an der gerichtlichen Verwertung ihrer Ergebnisse, gleichzeitig aber auch große Unsicherheiten bei ihrer prozessualen Einordnung. Dieses Buch erläutert das Vorgehen der polizeilichen Fallanalytiker und die angewendeten Methoden, die mit dem aus Film und Fernsehen bekannten «Profiling» wenig gemein haben. Nach der Darstellung der persönlichen Beweismittel und ihrer Abgrenzung voneinander untersucht die Autorin, ob die von Rechtsprechung und Literatur vorgenommene Einordnung der polizeilichen Fallanalytiker als Zeuge beziehungsweise Sachverständige zutreffend ist oder ob nicht eine Verwertung durch Verlesung eines Behördengutachtens erfolgen muss.

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5. Kapitel: Ergebnisse der Untersuchung und Ausblick

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5.  Kapitel: Ergebnisse der Untersuchung und Ausblick

Die Darstellung der gesetzlichen Konzeption der Beweispersonen, ihrer Aufgaben und der verschiedenen Abgrenzungsversuche hat gezeigt, dass allein Prozesshandlungen über ihre Verfahrensstellung entscheiden können. Diese Handlungen müssen objektiv erkennbar sein.1820 Nur so können sie Wirkung entfalten und auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Sofern die Prozesshandlung nicht ausdrücklich erfolgt, ist bei der Abgrenzung der Beweispersonen voneinander im Zweifel auf die Art der Befragung durch das zuständige Prozessorgan abzustellen, wie sie für die Verfahrensbeteiligten offensichtlich wird.

Darauf, ob eine Person bei ihrer Beauftragung zum Sachverständigen tatsächlich besonders sachkundig ist, kommt es für die Verfahrensposition dagegen nicht an, weil die Sachkunde lediglich vermutet werden kann. Eine fehlende Sachkunde macht die Bestellung inhaltlich unrichtig aber nicht unwirksam. Für die Einordnung einer Beweisperson als Zeuge ist das Merkmal der vermuteten oder tatsächlichen Sachkunde irrelevant. Auf den Begriff des „sachverständigen Zeugen“ sollte verzichtet werden. Er ist nichtssagend und schlicht irreführend.

Die vermutete und vorausgesetzte besondere Sachkunde ist hinsichtlich der Abgrenzung der persönlichen Beweismittel allein im Rahmen einer Auftragserteilung für die Frage entscheidend, ob ein Sachverständigenauftrag oder ein Auftrag zur Augenscheinnahme ergeht.

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