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Quellen zum Aktiengesetz vom 18. Juli 1884

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Edited By Werner Schubert

Diese Edition bringt wichtige, bisher nicht edierte Quellen zum Aktiengesetz von 1884 und ergänzt damit die von Peter Hommelhoff und Werner Schubert 1985 herausgegebene Materialiensammlung zum Aktiengesetz von 1884. Sie enthält den bisher nicht gedruckten Teil des Gutachtens des Reichsoberhandelsgerichts zur Aktienrechtsreform, den Schriftwechsel des Reichsjustizamts von 1882/83 mit dem Reichsamt des Innern über die Aktienrechtsreform sowie die Beratungen über den Aktienrechtsentwurf von 1883/84 im Bundesrat und in der IX. Kommission des Reichstags. Die zentralen Fragen der Aktienrechtsreform waren die Nominalhöhe der Aktien, die Gründung der Aktiengesellschaft und die Befugnisse des Aufsichtsrats, des Vorstands sowie der Generalversammlung.

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Vierter Teil: Der Aktiengesetzentwurf im Bundesrat (1883/84)

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I.    Gutachten der Handelskammer zu Hamburg betreffend Reform des Aktiengesellschaftsrechts (Januar 1884)

Die Hamburgische Handelskammer hat auf Erfordern an die Deputation für Handel und Schifffahrt das nachstehende Gutachten über den Entwurf eines Gesetzes betreffend die Kommanditgesellschaften auf Aktien und die Aktiengesellschaften erstattet.

Der Ruf nach einer Reform des Aktiengesellschaftsrechts in Deutschland ward laut, als zu Beginn des vorigen Jahrzehnts mit dem plötzlichen Aufschwung der wirtschaftlichen Tätigkeit die Periode des Gründungsschwindels eintrat, welche den Zusammenbruch vieler, namentlich neu errichteter Aktiengesellschaften im Gefolge hatte. Für diese beklagenswerten Erscheinungen wurde von vielen Seiten hauptsächlich die Aktiengesetz-Novelle vom 11. Juni 1870 verantwortlich gemacht und deren Reform verlangt, weil dieselbe für den größten Teil Deutschlands mit der Beseitigung der staatlichen Genehmigung und Beaufsichtigung der Aktiengesellschaften einen freieren Rechtszustand herbeigeführt und damit die Ausschreitungen auf dem Gebiete des Aktiengesellschaftswesens erst ermöglicht habe. Gleichzeitig wurden aber auch warnende Stimmen laut, welche von einer, noch unter dem Eindrucke der Gründerperiode vorzunehmenden Gesetzreform keine Besserung, sondern eher eine weitere Schädigung des wirtschaftlichen Verkehrslebens befürchteten.

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