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Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften

Eine Längsschnittstudie in der kaufmännischen Ausbildung

Series:

Christian Michaelis

Der Autor untersucht die Kompetenzentwicklung zum nachhaltigen Wirtschaften bei kaufmännischen Auszubildenden im Ausbildungsverlauf. Das zugrunde gelegte Kompetenzmodell basiert auf einer Verschränkung kognitionspsychologischer mit verhaltenstheoretischen Annahmen. Den Kern dieses Models bilden die Handlungsintention, nachhaltig zu wirtschaften sowie das deklarative Wissen über Nachhaltigkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Beide Skalen werden über kognitive und affektiv-motivationale Faktoren, wahrgenommene Wert- und Normorientierungen, unterschiedliche Lerngelegenheiten sowie soziodemografische Aspekte kontrolliert. Der Band belegt, dass eine Förderung von Kompetenzen hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung ein wichtiges Desiderat in der beruflichen Bildung darstellt.

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1 Einleitung

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Seit dem Beschluss der Agenda 21 (Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung, 1992) wird der beruflichen Bildung ein zentraler Stellenwert zur Realisierung einer nachhaltigen Entwicklung zugeschrieben (vgl. ebd., Kapitel 36). Allerdings umfasst das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung ein weites und abstraktes Verständnis, indem eine generationenübergreifende Gerechtigkeit und zwar zwischen den derzeit lebenden sowie auch den zukünftig lebenden Generationen als primäres Leitziel betrachtet wird (UNWCED, 1987, S. 24; von Hauff, 2014, S. 9), welches entsprechend Zielsetzungen und Funktionen einer Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) erschwert.

Auf der anderen Seite erhält die berufliche Bildung im Nachhaltigkeitsdiskurs einen besonderen Stellenwert, da über sie zentrale Kompetenzen vermittelt werden können, um eine nachhaltige Entwicklung zu begünstigen. Hervorzuheben ist hierbei besonders das Potenzial des dualen Systems der Berufsausbildung in Deutschland: Auf der einen Seite ist aus einer quantitativen Betrachtung heraus das duale System für eine nachhaltige Entwicklung bedeutsam, da dieses (neben dem Hochschulsystem) den größten Anteil an beruflichen Erstqualifizierungen ausmacht. Mit ca. einer halben Million Ausbildungsanfängern/-innen (Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2014, S. 99) pro Jahr wird über das duale System somit ein gewichtiger Anteil der Bundesbevölkerung in Deutschland erreicht. Auf der anderen Seite qualifiziert das duale System direkt für einen Beruf und kann hierüber einen beruflichen Lebenslauf initiieren, der es ermöglicht in Unternehmenshierarchien aufzusteigen und damit verbunden höhere Weisungsbefugnisse zu erhalten sowie zunehmend an strategischen Unternehmensentscheidungen mitwirken zu können.1 Anzunehmen ist, dass Kompetenzen, um...

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