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Der Schutz vor den Wirkungen des Fluglärms auf den Menschen nach der Novellierung des FluLärmG

Zugleich ein Beitrag zum Problem der Transformation außerrechtlicher Erkenntnisse in das Recht

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Martin Wilke

Der Autor untersucht die rechtlichen Rahmenbedingungen des Schutzes der Bürger in Deutschland vor den Wirkungen des Fluglärms. Ausgangspunkt ist dabei die Frage, wie die Fachwissenschaften das Phänomen «Schall» und seine Wirkungen auf den Menschen erfassen. Auf verfassungsrechtlicher Ebene wird auf Basis dieser Erkenntnisse eine nachvollziehbare Zuordnung der verschiedenen Geräuschwirkungen zu Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG und zu Art. 2. Abs. 1 GG möglich. Die Untersuchung stellt den von der Rechtsprechung geprägten abgestuften Fluglärmschutz dar, wie er bis zur Novellierung galt. Darauf folgt eine intensive Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des neuen Fluglärmschutzgesetzes auf dieses abgestufte Schutzsystem, insbesondere seinen Grenzwerten, seinen Durchführungsverordnungen und seiner Bedeutung sowohl für die planerische Abwägung auf Ebene der Flughafenplanung als auch auf Ebene der Flugroutenfestsetzung.

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Teil 1: Realbereichsanalyse – Geräusche und ihre Wirkung auf das Bewusstsein und den Körper des Menschen

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Teil 1:   Realbereichsanalyse – Geräusche und ihre Wirkung auf das Bewusstsein und den Körper des Menschen

Es ist Aufgabe des Rechts, verschiedenste Lebenssachverhalte beurteilen und unter Umständen abschließend entscheiden zu müssen, obwohl für bestimmte inhaltliche Fragestellungen innerhalb eines Entscheidungskomplexes die bessere Sachkompetenz regelmäßig in anderen Wissenschaftsfeldern liegt29. Das Recht kann daher nicht auf die Rezeption der Erkenntnisse dieser anderen Wissenschaften verzichten. Auch wenn damit nicht nur schwierige methodische Probleme angesprochen sind30, die die Rechtswissenschaft schon lange beschäftigen, sondern auch die Frage nach bzw. die Konsequenzen aus der Unterscheidung von Sein und Sollen31, ist diese Lösung im Grunde unumstritten32. Wie aber genau bzw. nach welchen Regeln die Rezeption abzulaufen hat33 und ob zwischen den Natur- und Sozialwissenschaften Unterschiede bestehen34, die es dem Juristen erlauben, deren jeweilige Wissensbestände auf unterschiedlichen Wegen zu rezipieren, ist bisher nicht eindeutig entschieden. ← 11 | 12 →

Gleich welchem Rezeptionsmodell35 man den Vorzug gibt, eine Abschottung der Rechtswissenschaft ist jedenfalls nicht denkbar36. Man mag als Jurist beispielsweise sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen skeptisch gegenüberstehen; dennoch wird man nicht umhin kommen, deren Irritationspotential anzuerkennen, auf welches das Recht in der Vergangenheit immer wieder reagieren musste37. Es ist genau diese Funktion der Irritation im Grunde aller Wissensbestände aus anderen Wissenschaftsbereichen, welche letztlich zu einer Art Verbesserungsanleitung führen kann, die später auch hier im Mittelpunkt der rechtlichen Ausführungen stehen bzw. die ermöglicht werden soll.

Ziel des ersten Abschnitts dieser Untersuchung...

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