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Facetten der Einsamkeit in musikalischen Monodramen des 20. Jahrhunderts

Musikdidaktische Zugänge

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Corinna Müller-Goldkuhle

Die Autorin widmet sich musikalischen Monodramen, einer besonderen Strömung des Musiktheaters im 20. Jahrhundert. In den Bühnenwerken für nur eine Singstimme wird die Einsamkeit häufig zu einem zentralen und zeitlos aktuellen Thema. Ebenso aus musikhistorischer wie musikdidaktischer Perspektive geht dieses Buch daher der Frage nach, auf welche Weise die Stücke Zugänge zur grundlegenden, menschlichen Erfahrung der Einsamkeit ermöglichen können. Dabei entstehen vier toposanalytisch und interdisziplinär angelegte Modelle zu «Erwartung» von Arnold Schönberg, «La Voix humaine» von Francis Poulenc, «Dnevnik Annï Frank» von Grigori S. Frid und «Neither» von Morton Feldman. Zugänge über Bilder, Inszenierungen und biografisches Material runden die Ansätze ab. Musikalische Monodramen erscheinen auf diese Weise grundsätzlich in neuem Licht.

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3 Herleitung der Fragestellung und methodische Vorüberlegungen

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3 Herleitung der Fragestellung und methodische Vorüberlegungen

3.1 Dramentheoretische Überlegungen

3.1.1 Dramenkrise und Tendenzen zur Darstellung von Einsamkeit

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird in der Konzentration auf das Psychologische die monologische Bühnensituation zum Kern der Gattungsidee einer allein auf der Bühne verbliebenen Person.242 Auf Emotionalität und gedankliche Reflexion einer einzelnen Bühnenfigur konzentriert, wird nicht nur der zwischenmenschliche Handlungszusammenhang der Szene reduziert bzw. völlig ausgeblendet. Der Monolog wird zur grundsätzlichen Symbolform gestörter Kommunikation im 20. Jahrhundert:243

Der Verlust der Ganzheit, der Ich-Zerfall, die Sprachskepsis, das Mißtrauen gegen den Dialog, die Entdeckung des Unbewußten bestimmen um 1900 die Tendenz zur ‚monologischen Kunst‘ […]. In der Konsequenz dieser Entwicklung liegt auch der Rückgriff auf die monodramatische Form.244

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