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Mit Forscherdrang und Abenteuerlust

Expeditionen und Forschungsreisen Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

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Edited By Oliver Auge and Martin Göllnitz

Der Sammelband vereint in sich zehn Beiträge der Ringvorlesung mit dem Titel «Mit Forscherdrang und Abenteuerlust», die die Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Sommersemester 2016 durchgeführt hat. In ihren verschriftlichten Beiträgen betrachten die Autorinnen und Autoren des Bandes die Geschichte der Expeditions- und Forschungsreisen als interuniversitäres und transnationales Phänomen. Erstmalig wird konkret für eine Hochschule und der an ihr forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach der Bedeutung und Relevanz von Expeditionen und Forschungsreisen gefragt. Dadurch erarbeiten sie unter anderem für die dänische Galathea-, die englische Challenger- oder die Kieler Plankton-Expedition gänzlich neue Erkenntnisse und Ergebnisse.

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Katesa Schlosser – Völkerkunde als Wissenschaft vom Fremden (Silke Göttsch-Elten)

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Silke Göttsch-Elten

Katesa Schlosser – Völkerkunde als Wissenschaft vom Fremden

2003 veröffentlichte Katesa Schlosser (1920–2010) einen Fotoband, dem sie den Titel „Traumziel Samoa“ gab.1 Der Reiz des Buches liegt in der doppelten fotografischen Perspektive, die es einnimmt. Denn Katesa Schlosser hat ihre eigenen Fotografien von 1978 mit denen konfrontiert, die ihr Vater Fritz Schlosser auf einer Reise nach Samoa 1912, also acht Jahre vor ihrer Geburt, aufgenommen hatte. Das Buch ist allerdings mehr als nur eine Hommage an ihren Vater. Es ist zugleich programmatisch für die Forschungsperspektiven der Katesa Schlosser, der es in ihren Arbeiten stärker darum ging, außereuropäische Lebenswelten zu dokumentieren, als zu analysieren. Die Fotografie erschien ihr dafür besonders gut geeignet zu sein und so durchzieht die Fotografie sowohl als Dokumentationstechnik als auch als Instrument wissenschaftlicher Arbeit ihr beachtliches Lebenswerk.2

Zweifellos haben die völkerkundlichen Interessen ihres Vaters und seine Unterstützung wesentlich dazu beigetragen, dass Katesa Schlosser als eine der ersten Frauen ein Studium der Völkerkunde absolvierte, in diesem Fach promoviert wurde und sich als Voraussetzung für die Professur für Völkerkunde an der Universität Kiel habilitierte. Das war ein langer Weg, der zumal für eine Frau in jener Zeit nicht selbstverständlich war. Nicht nur die akademische Karriere an sich ist bemerkenswert, auch das Fach – die Völkerkunde – war stärker noch als andere geisteswissenschaftliche Disziplinen männlich dominiert, sodass es schon einer...

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