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Literatur zur «Wende» im Deutschunterricht

Gunhild Keuler

Die Autorin betrachtet literarische Texte zur «Wende» aus literaturwissenschaftlicher und didaktischer Perspektive. Dieser Literatur kommt für heutige Kinder und Jugendliche eine besondere Bedeutung zu, indem sie für diese und für nachfolgende Generationen Erinnerungen an den bedeutenden Ausschnitt jüngster Zeitgeschichte schaffen kann. Welche literarischen und historischen Lernchancen mit der Auseinandersetzung verbunden sind, legt die Autorin anhand der Ausführungen dar. Zudem entwickelt sie Auswahlkriterien für Texte zur «Wende» für die Sekundarstufe I und II und erprobt exemplarisch zwei Literaturbeispiele in der Schule.

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6 Literatur zur ‚Wende‘ im Deutschunterricht

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Der Blick auf den Zusammenhang von Literatur zur ‚Wende‘ und Deutschunterricht erfolgt in diesem Kapitel in Bezug auf zwei Perspektiven, die bisher noch nicht berücksichtigt worden sind. Zum einen stellt sich die Frage, inwieweit das Thema in curricularen Vorgaben für das Fach Deutsch Berücksichtigung findet. Dabei interessiert besonders, ob und inwieweit im Zuge von kompetenzorientierten curricularen Vorgaben es überhaupt noch Hinweise auf thematische Gegenstände gibt und wenn, ob Literatur zur ‚Wende‘ aufgenommen wird. Zum anderen ist zu untersuchen, welche Bedeutung dem Thema von Seiten der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern zugemessen wird und ob sie Literatur zur ‚Wende‘ in ihrem Unterricht aufgreifen. Dieser Aspekt erhält besondere Gewichtung vor dem Hintergrund der Annahme, dass „die Wirkung von Lehrplänen im Schulalltag nicht überschätzt werden darf.“436 Korte stellt zum Zusammenhang von administrativen Vorgaben und Unterrichtsrealität fest:

„Empirische Forschung hat […] den Nachweis erbracht, dass entgegen bildungspolitischer Debatten, die sich auf Richtlinien und Lehrpläne kaprizieren und deren normative Setzung oft mit der Unterrichtswirklichkeit verwechseln, der Einfluss administrativer Steuerungsmechanismen recht gering ist. Zwar hat ein Lehrplan eines Faches Deutsch vielfältige Funktionen: Er legitimiert Ansprüche, gibt Anregungen, dient als Orientierungs- und Strukturierungshilfe für schulinterne Planungen, vermag auch innovative Impulse zu setzen und hat nicht zuletzt juristische, organisatorische und konzeptionelle Entlastungsfunktionen. Aber die Wirkung von Lehrplänen im Schulalltag darf keineswegs überschätzt werden […].“437

Die Aussage lässt folgende Schlüsse zu: Zum einen ließe ein Hinweis auf Literatur...

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