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Erinnerungsimplantate – Der (Wieder-)Aufbau der Schlösser in Posen und Berlin im interdisziplinären Vergleich

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Dominika Gortych, Guido Hinterkeuser and Łukasz Skoczylas

Die interdisziplinäre Studie zu den (Wieder-)Aufbauprojekten des Berliner und Posener Schlosses verdeutlicht die unterschiedlichen Intentionen von Erinnerungsimplantaten. Die Autoren untersuchen die historische und kunstgeschichtliche Bedeutung der Schlösser mit Blick auf den Verlauf der Entscheidungsprozesse und der begleitenden Pressedebatten sowie schließlich auf die öffentliche Wahrnehmung der Bauten. Während das Berliner Projekt sich unter weitgehender Ausblendung der politischen zumindest ansatzweise auf die kulturelle Tradition Preußens beruft und als ein wichtiges Image-Projekt Deutschlands fungiert, hat das Posener fast ausschließlich eine lokale und politische Dimension, die nur im Kontext der Konkurrenz polnischer Städte um nationale Bedeutung zu verstehen ist.

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2. Schlossgeschichten. Zum (Wieder-)Aufbau der Schlösser in Posen und Berlin

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2.1. Der (Wieder-)Aufbau des Posener Königsschlosses und die damit verbundenen kontroversen Debatten (Łukasz Skoczylas)

2.1.1. Die Geschichte des Schlosses bis 1945

Der Bau des Posener Königsschlosses ist eng verbunden mit der Verlegung des städtischen Zentrums von der Dominsel [Ostrów Tumski] auf die Westseite der Warthe. Diese fand in der Mitte des 13. Jahrhunderts im Zuge der Gründung einer Stadt mit Magdeburger Recht am Ort einer kleineren Siedlung statt. Eine bedeutende Rolle in der urbanen Struktur der am neuen Ort entstehenden Stadt spielte der befestigte Fürstensitz, der auf einem Hügel angelegt wurde. Leider fehlt es an ausreichenden Quellen, um genau festzustellen, wann und in welcher Form das erste Gebäude auf diesem Gelände errichtet wurde. Die Gründung der Stadt erfolgte 1253 – einige Vorarbeiten fanden jedoch schon früher statt. Einige Forschungen gehen davon aus, dass gleichzeitig Umbauarbeiten an der alten Burg auf der Dominsel stattfanden (Ziółkowska 2004), andere zeigen jedoch ziemlich eindeutig, dass man gleichzeitig mit der Verlegung der Stadt den Fürstensitz auf der Insel ab- und nicht umzubauen begann (Zarzycki 2014). Es kann als sehr wahrscheinlich angenommen werden, dass die ersten Schlossteile am gegenwärtigen Ort Mitte des 13. Jahrhundert auf Initiative des großpolnischen Herzogs Przemysł I. errichtet wurden, obwohl die ältesten erhaltenen Mauerreste wahrscheinlich etwas älter sind. In den folgenden Jahrhunderten erlebte der Bau vielfältige Umgestaltungen. Als der großpolnische Herzog Przemysł II., der sich darum bemühte, die...

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