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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Zwischen Bewegung und Begegnung, trans und topos: Orte, Nicht-Orte und Räume in Selim Özdoğans Romanen: Die Tochter des Schmieds und Heimstraße 52 (Nergis Pamukoğlu-Daş)

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Nergis Pamukoğlu-Daş (Izmir)

Zwischen Bewegung und Begegnung, trans und topos: Orte, Nicht-Orte und Räume in Selim Özdoğans Romanen

Die Tochter des Schmieds und Heimstraße 52

Abstract: The aim of this article is to analyse Selim Özdoğan’s novel Die Tochter des Schmieds and its sequel Heimstraße 52 in terms of transit-spaces, places, and nonplaces in the process of modernisation. While Die Tochter des Schmieds discribes the Turkish modernisation process between 1940–1960, Heimstraße 52 depicts the period between 1960 and 1980 in Germany. The modernisation processes of both countries are the backdrop against which the story of the protagonist, Gül, unfolds and which form the basis of her experiences of the world. Marc Augé and Michel de Certeaus’ theories form the point of departure of the analysis.

1 Moderne – Übermoderne; Orte – Nicht-Orte; Einsamkeit-Entfremdung

Der 1971 in Köln geborene und aufgewachsene Autor Selim Özdoğan behandelt in seinem Roman Die Tochter des Schmieds (2005)1, der 2007 im Türkischen erschienen ist (Demircinin Kızı)2, die Geschichte einer türkischen Familie in den 1940er, 50er und 60er Jahren in Anatolien aus der Perspektive der Hauptfigur Gül, und zwar von deren Geburt bis zu ihrer Reise nach Deutschland: sie sitzt im Zug und fährt zu ihrem Mann Fuat, ihre beiden Töchter lässt sie bei ihrer Schwiegermutter und deren Familie. Der Folgeroman Heimstraße 52 (2011),3 beginnt mit der...

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