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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Vorwort

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Die Beiträge des vorliegenden Bandes sind hervorgegangen aus der Konferenz der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik, die vom 29.5.-1.6.2014 am Mary Immaculate College, Universität Limerick (Irland), in Zusammenarbeit mit dem Irish Centre for Transnational Studies und der Universität Tampere (Finnland) stattfand. Die Konferenz unter dem Thema „Begegnungen in Transiträumen – Transitorische Begegnungen“ stellte mit über 90 Vortragenden aus 30 verschiedenen Ländern eine der größten germanistischen Fachtagungen in der Konferenzsprache Deutsch dar, die bisher in Irland und Großbritannien stattgefunden haben.

Wie im ‚Call for Papers‘ hervorgehoben wurde, hat sich in den letzten 25 Jahren in der Literatur, im Film und in anderen Medien der deutschsprachigen Länder ein kulturelles Raumbewusstsein herausgebildet, in dessen Folge dichotomische Konzepte des ‚Anderen‘ bzw. ‚Fremden‘ und ‚Eigenen‘ zunehmend brüchig geworden sind und alles in Bewegung geraten zu sein scheint, was einhergeht mit einer Ästhetik der Bewegung, Hybridität und Transnationalität. Der Fall des Eisernen Vorhangs, die Osterweiterung der Europäischen Union sowie die großen Flucht- und Migrationsbewegungen der letzten Jahre haben verstärkt Aus- und Einwanderung auf europäischer und globaler Ebene mit sich gebracht. Angesichts derartiger transnationaler, freiwilliger wie erzwungener Mobilität als Alltagserfahrung sind ‚Transiträume‘ (Foucault), ‚Räume‘ (de Certeau) bzw. ‚Nicht-Orte‘ (Augé) wie verschiedene Transportmittel, Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, aber auch Flüchtlingslager und deren Umgebungen und schließlich ‚liminale‘ Räume (Turner) im ‚Grenzbereich‘ (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos in den deutschsprachigen Literaturen und anderen...

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