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Das Kieler Kunsthistorische Institut im Nationalsozialismus

Lehre und Forschung im Kontext der «deutschen Kunst»

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Karen Bruhn

Die Untersuchung liefert im Rahmen der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel neue Erkenntnisse über das Kunsthistorische Institut der CAU und das Engagement seiner Ordinarien Arthur Haseloff und Richard Sedlmaier im NS-Staat. Hierfür beleuchtet die Studie nicht nur die Biographien der Akteure, sondern analysiert u.a. auch deren Lehrveranstaltungen und ihr Mitwirken in NS-spezifischen Forschungsprojekten. Diese Betrachtungen werden um die Untersuchung der wissenschaftlichen Publikationen der Akteure ergänzt, so dass ein umfassender Einblick in die Verstrickung der universalistisch und international ausgerichteten Fachdisziplin der Kunstgeschichte in die Ideologisierungsprojekte des nationalsozialistischen Regimes erfolgt.

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4. Fazit

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4.   Fazit

Anhand der dargestellten Analysen und Zusammenhänge kann im Folgenden ein differenzierteres Bild des Kunsthistorischen Instituts der CAU in der Zeit des Nationalsozialismus gezeichnet werden. Zunächst ist festzustellen, dass sich das Kieler Institut in Bezug auf seine Lehre und Forschung generell dem NS-Regime anpasste. Allerdings gewann das Institut durch keines der beiden Gebiete an überregionaler Bedeutung und nahm weder regional noch innerhalb der deutschen Kunstgeschichtsforschung eine kulturpolitisch entscheidende Rolle ein. Hierfür sind, wie eingangs erwähnt, primär die Ordinarien verantwortlich. Die Zwischenergebnisse sollen an dieser Stelle noch um zwei Sichtweisen erweitert werden: die der Generationalität und die der inhaltlichen Forschungen.

Für Arthur Haseloff erscheint eine differenzierte Betrachtung seiner Handlungen sehr wichtig, da sein Verhalten als ambivalent bezeichnet werden muss. Es konnte verdeutlicht werden, dass unter Arthur Haseloff die Ausrichtung der Lehre auf germanozentrische Inhalte am Kieler Institut verstärkt wurde, jedoch gleichzeitig Möglichkeiten, neue kulturpolitisch relevante Forschungsgebiete zu bedienen, während seiner Amtszeit vom Institut ferngehalten wurden – anders als beispielsweise an der Universität Hamburg. Weiterhin ist anzuführen, dass Haseloff bereits 1933 auf der Karrierestufe stand, welche Sedlmaier erst 1939 erreicht hatte, nämlich als Inhaber eines ordentlichen Lehrstuhls an einem renommierten Kunsthistorischen Institut. Da Haseloff mit seinem Lehrstuhl 1939 auch den Vorsitz des SHKV abgab, waren für ihn jegliche karrierefördernden Erwägungen, wie es scheint, beendet. Ein Engagement für das NS-Regime aus karrierebedingten Überlegungen machte daher für Haseloff...

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