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Variation durch Sprachkontakt

Lautliche Dubletten im Luxemburgischen

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François Conrad

Das Luxemburgische ist stark durch Sprachkontakt mit dem Deutschen und Französischen geprägt. Der Band untersucht den Niederschlag dieses Kontakts auf der lautlichen Ebene. Im Fokus stehen «lautliche Dubletten» – luxemburgische Wörter mit einer germanischen und einer romanischen Aussprachevariante. Die quantitativ-soziolinguistische Untersuchung analysiert erstmalig, welche Gruppen von SprecherInnen diese Dubletten germanisch oder romanisch artikulieren. Die Ergebnisse zeigen einen Sprachwandel auf, bei dem sich die Präferenz für romanische Aussprachen zugunsten der germanischen verändert. Die Arbeit verdeutlicht anschaulich die Dynamik einer Sprache im Spannungsfeld zweier großer Kulturnationen und innerhalb einer komplexen mehrsprachigen Gesellschaft.

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1 Einleitung

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Das Luxemburgische wurde 1984 zur Nationalsprache des Großherzogtums Luxemburg erhoben. Als westlicher Ausläufer der kontinentalen Germania grenzt sie im Süden und Westen – Luxemburg teilt eine Landesgrenze mit Frankreich und dem wallonischen Teil Belgiens – direkt an die Romania an, während sie im Osten an den deutschen Sprachraum stößt. Diese über Jahrhunderte bestehende Stellung im Kontaktgebiet zweier großer Sprach- und Kulturräume schlägt sich unter anderem in der komplexen offiziellen Dreisprachigkeit des Landes (Luxemburgisch, Deutsch, Französisch) nieder. Auch im Luxemburgischen selbst finden sich auf vielen sprachlichen Ebenen starke Einflüsse der beiden Kontaktsprachen Deutsch und Französisch. Dies äußert sich etwa in einer Vielzahl sprachlicher Dubletten – Elemente, die eine Entsprechung im Deutschen und eine im Französischen aufzeigen –, wie folgende Beispiele belegen:

– Bereich der Lexik: „Fremdwortdubletten“ (FRÖHLICH/HOFFMANN 1996: 1170)

Televisioun/Fernseh (fr. télévision, dt. Fernsehen)

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