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Symbole des Lebenslaufes

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Ieva Reinersmann

Dieses Buch befasst sich mit Symbolen des Lebenslaufes. Im Rahmen der Individualisierung sind die kollektiv verbreiteten Bilder des Lebenslaufes aus dem kulturellen Raum weitgehend verschwunden. Das Hauptziel der Autorin ist die empirische Erforschung aktuell verbreiteter Vorstellungen vom menschlichen Lebenslauf in Form von Bildern, Metaphern und konkreten Zeichnungen. Sie kombiniert dabei im methodischen Design qualitative und quantitative Zugänge miteinander und analysiert neben alters- und geschlechtstypischen Effekten auch kulturelle Einflüsse im Vergleich von Deutschland und Litauen zueinander.

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1 Einleitung

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1 Einleitung

Jeder Mensch hat eine Vorstellung darüber, wie sein Leben verläuft. In jeder Kultur wird der Ablauf des menschlichen Lebens in mehrere Etappen gegliedert und strukturiert. Man trifft zu jedem beliebigen Zeitpunkt der menschlichen Geschichte auf verschiedene Konzepte, Bilder, Schemata und Normen, die sich auf das Vorwärtsschreiten im Lebenslauf beziehen und das Denken und Handeln von Menschen in ihrem Lebenslauf aktiv bestimmen. Diese Vorstellungen über die Einteilung des menschlichen Lebens sind ständig kulturellen und gesellschaftlichen Deutungen und Veränderungen unterworfen. Im Laufe der Geschichte haben Menschen verschiedene Symbole für ihren Lebenslauf erschaffen: von einem Lebensrad im Mittelalter bis zu einer Lebenstreppe im 16. Jahrhundert. Vor diesen konkreten und differenzierten Lebenslaufdarstellungen wurden die Vorstellungen über den Verlauf des Lebens mit Hilfe von abstrakten geometrischen Grundformen oder Symbolen, wie z. B. dem Labyrinth oder der Spirale, dargestellt. Das Hauptziel der vorliegenden Dissertation ist die Untersuchung der aktuellen symbolischen Formen, die den heutigen Vorstellungen der Untersuchungsteilnehmer aus Deutschland und Litauen über ihren Lebenslauf entsprechen. Dabei werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahl durch vorgegebene und durch eigene Zeichnung geschaffene Symbole zu dem eigenen Lebenslauf nicht nur zwischen beiden Ländern, sondern auch zwischen zwei Altersgruppen und Geschlechtern sowohl quantitativ als auch qualitativ analysiert1.

Im ersten Kapitel des theoretischen Teils wird die ausschlaggebende Bedeutung der Symbole für die Entwicklung des zivilisierten Menschen thematisiert. Ohne unsere Fähigkeit Symbole zu erschaffen, wäre es uns nicht möglich, unseren Lebenslauf als Ganzes zu...

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