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DaF-Übungsgrammatiken zwischen Sprachwissenschaft und Didaktik

Perspektiven auf die semanto-pragmatische Dimension der Grammatik

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Daniela Puato and Claudio Di Meola

DaF-Übungsgrammatiken sind ein wesentlicher Bestandteil der Unterrichtspraxis, haben jedoch in der Forschung relativ wenig Beachtung gefunden. Die Studie untersucht 24 international ausgerichtete Übungsgrammatiken für Anfänger und Fortgeschrittene auf ihre wissenschaftliche und didaktische Adäquatheit. Die Autoren diskutieren hierbei zwölf grammatische Phänomene aus den Bereichen Morphosyntax und Textaufbau unter semanto-pragmatischen Aspekten. Sie analysieren unter anderem Genus, Tempus, Modus, Diathese, Wortbildung, Wortstellung und Satzverknüpfung. Das Buch ist forschungsorientiert, versteht sich aber auch als didaktische Anregung für Lehrende und Lernende.

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7. Diathese II: Passivalternativen (Daniela Puato)

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7. Diathese II: Passivalternativen

(Daniela Puato)

Abstract: In German, several constructions can be considered as passive paraphrases with an agent-averted perspective. Examples are the so called recipient passive (sie bekommt einen Ring geschenkt), empty verb constructions (der Plan kommt zur Durchführung), and constructions with a modal semantics (such as sich lassen+infinitive or gehören+participle II).

Im Deutschen gibt es verschiedene Konstruktionen, die unter dem Gesichtspunkt der Täterabgewandtheit als Passivalternativen gelten können und teilweise unterschiedlichen Stilebenen angehören. Es handelt sich zum einen um das sogenannte Dativ-Passiv (sie bekommt zum Geburtstag einen Ring geschenkt), unpersönliche Konstruktionen mit man (man schenkt ihr zum Geburtstag einen Ring), Reflexiv-Konstruktionen (diese Dose öffnet sich leicht) und Funktionsverbgefüge (der Plan kommt zur Durchführung). Zum anderen geht es um Konstruktionen, die über die Passivierung hinaus eine modale Komponente enthalten: sich lassen + Infinitiv (diese Dose lässt sich leicht schließen), Verb + zu-Infinitiv (diese Dose ist/geht leicht zu schließen), gehören + Partizip II (diese Dose gehört geschlossen), sein + deverbales Adjektiv (diese Dose ist verschließbar). Auch dem Gerundivum (die zu schließende Dose) kann schließlich eine passivierende Funktion zugeschrieben werden.

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